Dem Volk reinen griechischen Wein einschenken – seisachtheia


Den Menschen Europas reinen griechischen Wein einschenken – seisachtheia

Von Peter A. Bruns

The Greec Revolution – Betrügerische Staatskrisen aufdecken, das ist das Ziel der Griechen.

Ich liebte Griechenland schon lange bevor der Euro kam. Ich hörte Geschichten um den Drachme und seiner Entstehung und Verbreitung der alten Drachme und was daraus wurde.
Die älteste Währung Europas wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. auf der Insel Ägina im Saronischen Golf vor Athen geprägt. Pheidon, König von Argos, zog den bis dahin gültigen Obolus zurück und führte stattdessen die Drachme ein. Ihr Wert entsprach sechs Obolusse, und so erhielt die neue Währung die Bezeichnung „Drachme“ abgeleitet vom Verb „dratto“. Drachme bedeutet „eine Hand voll“. Die Vorderseite der Silbermünze zierte eine Schildkröte – Symbol der Langlebigkeit – als ob Pheidon geahnt hätte, dass der Drachme ein langes Leben beschert sein würde.

Die Eule war in der Antike eng mit der Göttin der Weisheit Pallas Athene verbunden und wurde ihr als Begleiterin zugeordnet. Die Eule, vermutlich ein Steinkauz, war daher auch auf den griechischen Münzen zu finden. Die Münzen wurden daher auch „Eulen“ („Glaukes“, glaux = griech. Eule) genannt. So trug man denn sprichwörtlich „Eulen nach Athen“ (Synonym für überflüssiges Handeln). Die erste Prägung wird auf 501 v.Chr. datiert.

Lasst uns Europäer alle wieder von dem kleinen aber klugen Volk der Hellenen lernen und wehren wir uns wie sie und stürmen auf die Strassen der europäischen Hauptstädte!
Abgefeimte Finanzspekulanten, die Geldgewinne machen wollen, brauchen Schuldner – so läuft es seit es Geldgeschäfte auf der Welt gibt. Und es ist so praktisch für die globalen Finanzbetrüger, wenn die Staaten mitmachen. Und das tun sie geflissentlich. Doch schon der weise Solon von Athen, wusste wie Schuldenlasten abgeschüttelt werden können
Wer – frei nach Goethe – „das Land der Griechen mit der Seele suchen“ möchte, und nicht mit dem Euro, findet hoffentlich bald reichlich Gelegenheit dazu. Denn die griechische Volksseele kocht. Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt wird sich diesmal dem EU-Mitgliedsstaat Griechenland besonders widmen müssen, wenn sie einen europäischen Flächenbrand vermeiden will. So wie sich die BILD gegenüber unserem Nachbarn Griechenland verhält, wird Europa nicht weiter zusammenwachsen.

Die Finanz-Krise, nicht nur die in Griechenland, kann so, wie es heut geschieht, nicht überwunden, sie kann nur fortgesetzt werden. Was könnte die nächste attraktive Anlagesphäre sein? Die Energiewirtschaft, die Gen- und Biotechnologien, also jene Sphären, die gemeinhin als grün bezeichnet werden und deren Finanzierungsbedarf mit mehr als vierzig Billionen Euro beziffert wird? Doch es gibt eine Möglichkeit, den fortlaufenden Schuldnerwechseln ein Ende zu setzen, und die finden wir bei Keynes vor achtzig Jahren und schon viel früher im antiken Griechenland. Der – heute würden wir sagen – Reformpolitiker Solon, einer der sieben Weisen, setzte in Athen im Jahr 594 vor unserer Zeitrechnung die «Abschaffung der Schuldknechtschaft», die «Lastenabschüttelung» (seisachtheia) durch. Aristoteles schätzte 200 Jahre nach Solon die Entschuldung der Schuldner¬ und die gleichzeitige Reduzierung der Ansprüche der Reichen als wichtiger ein als die Ausarbeitung der Athener Verfassung. Denn mit der Lastenabschüttelung wurde Frieden im Gemeinwesen gestiftet, und Frieden ist die Grundlage jeder verfassungsmässigen Ordnung. Das wäre auch in der derzeitigen Finanzkrise ein höchst aktueller Ausweg. Insolvente Schuldner werden durch geregelte Schuldenstreichung (in einem ordentlichen Insolvenzverfahren) entschuldet. Die dazu notwendigen Regeln können nicht die Marktakteur¬e setzen, da sie private Partialinter¬essen verfolgen und sich wechselseitig nur übers Ohr zu hauen versuchen. Und diese Regeln, die dem Wohl der Allgemeinheit dienen, können nur durch soziale Bewegungen erkämpft und politisch durchgesetzt werden.

Natürlich wird dabei nicht allein die Seele angesprochen, sondern ebenso Augen, Ohren und andere Sinne. „Ein außergewöhnlich attraktives und anspruchsvolles Revolutions-Programm“ verspricht das Volk als Veranstalter, was angesichts der perfiden Betrugspolitik kaum verwundert, steht doch der Mythos vom alten Hellas am Beginn europäischen Geisteslebens und wirkt bis heute in seinen Epen und Dramen, in seiner Philosophie und bildenden Kunst weiter fort.

Seit dem Ausbruch der amerikanischen-Immobilienkrise im Dezember 2007 sind mindestens 375 Fonds und Banken auf dem Müll gelandet. Die Staaten haben Billionenbürgschaften übernommen, das verspekulierte Eigenkapital ersetzt oder wertlose Wertpapiere gegen gutes Geld der Zentralbanken ausgetauscht.

Im Euroraum, das hat die Europäische Zentralbank (EZB) errechnet, beliefen sich die von den Banken in Anspruch genommenen Staatsgarantien 2009 auf 9,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das ist dreimal mehr für die privaten Banken als das nach Maastricht-Kriterien zulässige Defizit der öffentlichen Hand.

Woher kommt das Geld für diese Hilfen? Im Prinzip aus drei Quellen. Ers¬tens, so hofft man, aus dem zukünftigen Wachstum. Die Banken finanzieren Investitionen, und aus den Überschüssen der wachsenden Wirtschaft werden die Bankkredite bedient. Also nichts da mit einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft. Wachstum ist das A und O der Spekulanten.

Wenn das Geld nicht aus der wachsenden Wirtschaft stammt, kann es zweitens nur mithilfe von Steuern oder Kürzungen bei Staatsausgaben aufgebracht werden. Der griechische Fall ist instruktiv und zeigt diesen Betrug: Um fünf Prozent des BIP für den Schuldendienst freizubekommen, werden öffentliche Ausgaben wie Renten etc. radikal gekürzt und die Massensteuern erhöht. Als Gegenleistung gibt es Kredite von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF).


Der griechische Nationalstaat betreibt und will betreiben, gegen die Wut der Bevölkerung mit Unterstützung internationaler Institutionen eine strenge Sparpolitik, deren Wirkungen wohl eher kontraproduktiv sind – wie ähnliche Programme zeigen, die der IWF ab den achtziger Jahren vielen Ländern mit desaströsen sozialen Folgen aufgedrängt hat. In Lateinamerika und Asien hält man daher den IWF so fern wie möglich, aber in Europa laden Angela Merkel und Nicolas Sarkozy den Pleitegeier aus Washington nun zum Flug über die Ägäis. Das Griechenland auferlegte Sparpaket erinnert an die Reparationsverpflichtungen Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg. John Maynard Keynes plädierte in einem Artikel mit dem Titel «The German Transferproblem» für die Streichung der Schulden Deutschlands, um die schlimmen Folgen für das Schuldnerland, aber auch für die Gläubigerländer und die damalige Weltwirtschaft insgesamt abzuwenden. Den Artikel aus dem Jahr 1929 sollten all jene lesen, die 2010 über Griechenland herfallen. Im Notfall hilft halt die EU.

Die Umverteilung erfolgt noch durch einen dritten Kanal. Finanzinstitute können sich bei den Zentralbanken zu Zinssätzen nahe null mit Geld vollpumpen und das Geschäft des Investmentbankings fortsetzen. Dazu benötigen sie allerdings nicht nur billiges Geld, sondern auch neue Schuldner, da die alten, mit denen alles anfing, ausgefallen sind. Diese Funktion des neuen Schuldners erfüllen die Staaten: Die EZB klagt in ihrem Jahresbericht 2009 denn auch über die rasant steigende Bruttoverschuldung von durchschnittlich 66 Prozent des BIP 2007 auf 78,2 Prozent im Jahr 2009. Von den sechzehn Ländern der Eurozone sind dreizehn einem Defizitverfahren unterworfen.

Ausserhalb des Euroraums liegt die öffentliche Verschuldung zum Teil noch höher. Die Staaten mussten sich verschulden, und zwar bei den privaten Banken. Warum? Weil sie soeben die privaten Banken und Fonds aus ihren prekären Engagements heraushauen und vor dem Bankrott bewahren mussten. Zum Dank müssen die Staaten den privaten Banken viel höhere Zinsen zahlen als die Banken bei der Zentralbank für das Geld entrichten, das sie einer anderen öffentlichen Einrichtung – den Regierungen – leihen. Das ist pervers.Die Geschäftsbanken finden auf einmal ein neues und lukratives Geschäftsfeld vor. Sie haben zwar, wenn sie zum Beispiel griechische Staatsanleihen kaufen, ein gewisses Ausfallrisiko, aber dafür erheben sie einen Risikoaufschlag. Für die Banken ist das ein gutes Geschäft: hohes Risiko, hohe Zinsen, hohe Gewinne. Und wenn der Risikofall eintritt, hilft die EU.Die Schulden der PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) und die satten Gewinne der Banken haben miteinander zu tun. Die Deutsche Bank verkündet im April 2010 einen Quartalsgewinn von 2,8 Milliarden Euro, das wären auf das Jahr umgerechnet mehr als 11 Milliarden Euro. Gleichzeitig wird durch Ratingagenturen die griechische Bonität herabgestuft, sodass sich die Zinsbelastung für den griechischen Staat – also letztlich für die Steuern zahlende Bevölkerung – beträchtlich erhöht.

Wir müssen also über Schuldner und Gläubiger, über Geld als Forderung und Geld als Verpflichtung reden. Die Geldvermögensbesitzer sind die global operierenden Finanzinstitute; die Schuldner allerdings wechseln, weil sie überfordert werden oder vom Markt verschwinden. Dann müssen auf neuen Anlagefeldern neue Schuldner¬ gefunden werden. Zu Beginn der Schuldenkrise der Dritten Welt in den achtziger Jahren waren die Schulden zu achtzig Prozent privat, aber am Ende des Jahrzehnts zu nahezu hundert Prozent staatlich: Der Staat, also wir das Volk, hat den Schuldendienst übernommen.

Bei diesem Tausch war der IWF hilfreich: große Geldvermögen wurden gerettet; wie immer, grosse Gläubigerbanken, die knapp vor dem Zusammenbruch standen, konnten weitermachen und neue Schuldner¬ suchen. Die fanden sie in den Schwellenländern, bis auch die unter der Belastung der renditehungrigen Finanzinstitute zusammenbrachen. Das geschah in der Mexikokrise 1994, in der Asienkrise 1996, der Russland- und der Brasilienkrise zwei Jahre später und dann – besonders spektakulär – in der Staatspleite Argentiniens 2001.

Zwar machten auch die Finanzinstitute Verluste. Aber sie hatten noch genug Geldvermögen in der Hinterhand, um den neuen Aufschwung in den USA auszulösen, bis auch aus diesn Kursen die Luft entwich, die Börsenblase platzte, und die Dotcom-Firmen als Schuldner ausfielen und neue Schuldner hermussten, denn sonst konnte das Geld ja nicht «arbeiten».
Die boten sich mit hilfreicher Unterstützung der Bush-Regierung an. Die USA sind das Trojanische Pferd der Finanzspekulanten in Europa. Es waren die US-amerikanischen Häuslebauer, die einen Vorzugs-Immobilienboom auslösten, der in Spanien, Irland oder China Nachahmer fand, aber 2007 zusammenbrach. Diese Krise ist bis heute nicht überwunden. Geldvermögen mussten abgeschrieben werden, aber nur als Haarschnitt, der nicht wehtat. Die neuen Schuldner sind nun wir, das Volk, die öffentliche Hand, deren Verbindlichkeiten in aller Welt wachsen. Dagegen gilt es zu kämpfen, wie die alten Griechen, wenn nötig mit allen Mitteln.

Den Artikel habe ich mit Hilfe von Wikipedia und der Wochenzeitung WOZ zusammengestellt.

Der Artikel ist nicht abgeschlossen sondern befindet sich unter weiterer Bearbeitung.

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Über Peter A. Bruns

I am editor, autor, publisher of edition august-verlag. I am also working on the industrial construction side insulation. But my main interest is the publication of books. That sounds real, and is real, at my age, born in 1942, being a fool to blog.
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