GUTTENBERG Rücktritt oder der“talentierte Mr. Ripley“ und seine Kanzlerin


Zu Guttenberg – Ein Zögling der amerikanischen Elite, ist endlich gegangen – worden. Es wurde auch höchste Zeit und er muß nicht unbedingt wiederkommen, denke ich.
Das Pispers-Video zeigt wieder das unschlagbare rethorische Talent von Volker Pispers – er ist ein Schatz…
Das Video unserer Kanzlerin mit Ministerin Schawan und Gästen, auf der Cebit in Hannover, zeigt ganz wunderbar die hinterfotzige, aber humorige, machiavellische Klugheit der Angela Merkel. Auch wenn ich sie ansonsten nicht für „alternativlos“ halte – hier ist sie es. Wie Pispers, unschlagbar.
Unschlagbar auch die leicht verwirrten Demonstranten, die mit Plakaten (Bild weiter unten) forderten: „Guttenberg muß Kaiser werden“ – what next? Führer?

Deutschland hat als Wirtschaftsminister in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise nun jemanden, der als erklärtes Hobby die Außenpolitik hat…

Die angebliche Erfahrung des Aufsteigers in der freien Wirtschaft stellte sich inzwischen als eine Gesellschaft zu Verwaltung des eigenen Familienvermögens heraus, die es seit einigen Jahren nicht mehr gibt…

Laut SPIEGEL (11/2009) wird das Familienvermögen des feschen Freiherrn auf ca. 600 Millionen Euro geschätzt. … Die Frage nach dem „Woher“ steht also unbedingt im Raum, zumal Karl-Theodor nachweislich nie in der „Freien Wirtschaft“ tätig war: Er ist promovierter Jurist und arbeitete ein Jahr lang in einer New Yorker Kanzlei. Welcher ist unbekannt.

… Als Indikator kann schon 2002 Guttenbergs Berufung in den Auswärtigen Ausschuss des Bundestages zeitgleich mit seiner Wahl in den deutschen Bundestag für die CSU (Wahlkreis Kulmbach) im sensationell zarten Alter von nur 31 Jahren. Vorher hatte Guttenberg allerdings schon bei der CSU im Fachausschuss Außenpolitik gesessen und einige Jahre als CSU-Politiker hinter sich – wie viele erfährt man nicht…

Der Auswärtige Ausschuss ist also faktisch das Gremium, das hochsensible (= hochgeheime) sicherheitspolitische (= den Einsatz des Militärs betreffende) Entscheidungen hinter verschlossenen Türen fällt…

Über den genauen Zeitpunkt seiner Aufnahme ist wieder nichts zu eruieren, sie muss jedoch schon vor 2002 erfolgt sein…

Die DGAP firmiert auch unter German Council on Foreign Relations, was ihre abhängige Verwandtschaft zum entsprechenden US-amerikanischen Einflussgremium „CFR“ verdeutlicht. Die DGAP ist also ein direkter „Kaktusableger“ des CFR…

Es besteht der begründete Verdacht, dass sich zu Guttenberg für den wichtigen Auswärtigen Ausschuss im Bundestag über seine Mitgliedschaft bei der DGAP, die – wie oben erwähnt – ein Ableger des CRF ist, qualifizierte. Ob das aber seine einzige Prädestinierung war? …

Selbstverständlich wurde auch zu Guttenberg an der Seite [von Kissinger] gesichtet…

Er saß 2007 schon seit fünf Jahren im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, der diesen ja faktisch bindend berät…

Guttenberg kommt also neben seiner Herkunft aus altem, deutschen Adel noch aus einem anderen „Zuchtstall“, der ihn viel nachhaltiger geprägt hat, so steht zu fürchten. Wie zu lesen war, entspringt er einem sorgfältigen jahrelangen US-amerikanischen politischen Zöglingsprogramm für deutsche (und europäische) Eliten („Young Leaders“) und ist mittlerweile erfolgreich in einer „Leading Position“ implemetiert worden. Für Deutschland heißt es nach Merkel nun ein weiteres Mal: „Mission accomplished“…

Kurz nach seiner Wahl in den Deutschen Bundestag und seine Berufung in den Auswärtigen Ausschuss ereilten Guttenberg noch zwei weitere Rufe: Er wird Mitglied in den Spitzenzirkeln des Aspen Instituts und der Atlantik-Brücke zu Berlin.

Quelle: http://www.zeitgeist-online.de/online.html

Was hat uns (das Volk) und seinem Nachfolger, Guttenberg in „seinem bestellten Haus“ hinterlassen?

Die neue Osnabrücker Zeitung schrieb:
Die 33-Millionen-Euro-Buße gegen den Söldnerkonzern Xe erinnert an die Strafe für Amerikas berüchtigtsten Mafioso, Al Capone. Der wanderte nicht wegen seiner Schwerstverbrechen, sondern wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis. Xe zahlt für die Verletzung von US-Exportbestimmungen. Die Kriegsverbrechen, mit denen das Unternehmen unter seinem früheren Namen Blackwater aufgefallen ist, bleiben ungesühnt.
Den weltweiten Trend zur Privatisierung militärischer Gewalt wird diese Strafe also nicht bremsen. Im Gegenteil, die US-Regierung beeilt sich zu versichern, dass sie an den glänzenden Geschäftsbeziehungen zu Xe nichts ändern will. Ob das endlich die Aufmerksamkeit in Bundesregierung und -tag für dieses Megathema der Sicherheitspolitik weckt? Wohl kaum. Es fehlt ein erkennbares Bewusstsein für das größte politische Problem, das den Miet-Kriegern anhaftet: dass sie selbst unter den Augen von NATO-Truppen quasi in rechtsfreien Räumen operieren. Klar, der Warschauer Pakt bot keine Söldner auf, und der Kalte Krieg ist auch erst 20 Jahre her. Warum sollte sich Deutschland schon damit befassen?
Der Fall der Telgter Sicherheitsagentur Asgaard, die sich in problematischer Weise in Somalia engagieren will, zeigt aber: Es geht hier nicht um ein spezifisch amerikanisches Problem. Die Ermittlungen gegen Asgaard und das Bußgeld gegen Xe bergen immerhin den Trost, dass wenigstens die Justiz anfängt, den Söldnern ein wenig auf die Finger zu gucken. (Zitatende)
Kommentiert 2010 die Neue Osnabrücker Zeitung.

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Über Peter A. Bruns

I am editor, autor, publisher of edition august-verlag. I am also working on the industrial construction side insulation. But my main interest is the publication of books. That sounds real, and is real, at my age, born in 1942, being a fool to blog.
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