ANGST und Kapitalismus – Stockholm nach dem Selbstmordanschlag


ANGST und Kapitalismus! Selbstmordanschlag in Stockholm. Das Schüren der Angst geht weiter.

Blicken wir mit Argusaugen 9 Jahre zurück: Der Krieg, die SPD und die Unzufriedenheit der Satten.

Nichts ist auf dieser Welt je geblieben wie es ist. Das ist, entgegen der Meinung jener Angst verbreitender Auguren in unserer Gesellschaft, nicht Ursache irgendeines 11. September, sondern liegt im evolutionären Wesen von uns Menschen. Wir Menschen ändern im Laufe unserer Entwicklung, oft gewissenlos unsere privaten Ziele, oft von einer Sekunde zur anderen und stoßen damit unsere Mitmenschen häufig vor den Kopf, oder tun ihnen damit gravierendes Unrecht und das mag privat häufig so hingehen, kann sich aber potenzieren wenn von Unzähligen praktiziert.

Wenn wir aber als Delegierte, als Abgeordnete, stellvertretend für unsere Mitmenschen, demokratisch, ins Parlament gewählt wurden, um treuhänderisch ihre Stimmen zu verwalten, müssen wir vor jeder Entscheidung, nur unser Gewissen intensiv befragen, wenn wir die Auswirkungen unserer parlamentarischen Entscheidung nicht übersehen können, um dem Auftrag unserer Verfassung gerecht zu werden: „For better or worse.“

Krieg ist immer die schlechtere Entscheidung. Niemand im „neuen Reichstag“, oder sonst wo, darf Parlamentariern in Deutschland, oder der SPD, Feigheit vor dem Krieg vorwerfen. Dieses schmutzige Handwerk kennen wir Deutsche, zumindest jene mit Gewissen, besonders die Sozialdemokraten, besser als jede andere Nation auf Erden. Auch die Kriegsfolgen, die Flüchtlingsströme, das menschliche Leid, ist uns bewusst. Darin brauchen wir keinen Nachhilfeunterricht, von keiner Nation und von keiner innenpolitischen Opposition, oder mitregierenden Koalitionspartei. Auch was die Nibelungentreue zu Verbündeten betrifft, muss man die SPD, und das Deutsche Volk, nicht berufen.

Uneingeschränkte Solidarität ist aber eine Blankovollmacht, mit der man sorgsam umgehen muss als Genosse und Bundeskanzler. Denn der Bundeskanzler ist der Kanzler aller Deutschen. Gerhard Schröder war zu weit vorgeprescht. Wenn er „sein Volk“ in einen Krieg glaubte nicht führen zu müssen, hätte er das Wort Uneingeschränkt besser vermieden. Aber, wenn man vom „weißen Haus“ kommt ist man zumeist klüger.

Was G.W. Bush in seinen jüngsten Erinnerungen über Gerhard Schröder schreibt, lässt in beide Charaktere tief blicken. Denn nicht jeder Deutsche, der Gerhard Schröder damals gewählt hat, hat ihm damit einen Freibrief zum Krieg führen gegeben, nur weil er ein ehrenwerter, zuverlässiger Sozialdemokrat ist. Sicher gerade deshalb nicht. Aber vielleicht hat sich Schröder ja auch gedacht: Was mit Belgrad 1999 durchgesetzt wurde, geht nun überall. Ein fataler Irrtum, für den wir bis heute bezahlen mit Blut und Geld.

Die Anschläge in New York und Washington sind kein Grund einen Krieg in Afghanistan zu führen und auch kein Grund den Bündnisfall der Nato auszulösen. Das ist ein an den Haaren, von einem gewissen Bin Laden und dem ehemaligen Freund seiner Familie, dem damaligen Präsidenten Bush, herbeigezogener Grund.

Keine in der UNO vertretene Nation hat Amerika den Krieg erklärt. Es war ein Überfall, ein Anschlag verwirrter Fanatiker auf New York und Washington. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist kein Krieg der Völker, es ist ein Krieg um die Vorherrschaft Weniger, wer, was, wann, wie und wo, auf der Welt zu bestimmen hat. Oder wie man sich die Welt am besten untereinander aufteilt.

Das der damalige Bundeskanzler sich uneingeschränkt so weit vorgewagt hat, in dieses Rudel kriegerischer Nationen, ohne im UN – Sicherheitsrat eine Stimme zu haben, halte ich für einen diplomatisch unvorteilhaften, vorauseilenden Gehorsam, den USA gegenüber, und zukünftig schwer zu dämpfen oder gar zu korrigieren. Da half auch Schröders spätere Erklärung und Absage an Bush, am Irakkrieg „diesem Abenteuer“ nicht teilzunehmen, fast nichts mehr.

Haben wir arrivierten Deutschen nicht alles was wir brauchen? Und haben wir es uns nach 1944 nicht erarbeitet ohne Krieg? Was soll nun unser Krieg in Afghanistan? Wieder ist es ein dummer Spruch eines SPD Genossen, „Deutschland werde am Hindukusch verteidigt.“

Wird dem Esel zu wohl? Und die „Finanzkrise“? Die Rezession der Konjunktur? Das angeblich neue Wachstum unter Kanzlerin Merkel vor einem großen Wahljahr? Ist es nicht nur ein weltweites Synonym für unser maßloses Anspruchsdenken, entstanden durch Überfluss der Wenigen? Akkumuliert im Privateigentum der Wenigen? Füllt der Hunger der Vielen, nicht die Bäuche der Wenigen?

Die Selbstmordanschläge der Terroristen aus „Leiden an dieser Welt“, haben sich am 11. September, angeblich gegen jene Wenigen gerichtet. Dass sie auch andere trafen – das ist immer die Folge von Gewaltanwendung. Von daher glaube ich den Terroristen ihre angeblich lauteren Absichten nicht.

Das Welt-Finanzzentrum in New York, jenes verdoppelte Phallussymbol, aber war für den Anschlag einiger „Verrückter“ prädestiniert. Was haben wir Arrivierten denn geglaubt, wie lange wir solche doppelte Erektion aufrechterhalten könnten, ohne die Wut der „Habenichtse“ unserer Welt herauszufordern? Selbstmörder sind irrational und zerstören mit sich selbst, das, was sie selber nicht weiterentwickeln, oder aufbauen können, oder wollen.

Doch wir müssen erkennen lernen, dass sie „Ausgeburten“ unserer Welt sind. Sie sind keine „Fremdkörper“. Wir sind sie und sie sind wir. Z – erkenne dich selbst.

Nicht Zerstörung, Aufbau war von eh und je, die Sache kluger, pragmatischer, zumal sozialdemokratischer Arbeiter, deren gesunder Menschenverstand leicht ein Pfund vieldeutiger Philosophie von Staatenlenkern aufwiegt. Doch die SPD hat aus den Augen verloren, daß auf den Buckeln jener Arbeiter, der Stirn wie der Hand, alle Weltgeschäfte, wie Kriege und andere Ausbeutung ausgetragen wurden und werden.

Dabei geht es im Grunde immer um die Faulheit des Einzelnen. Es geht darum: wie bringe ich meinen Nächsten dazu für mich zu arbeiten, um hernach das Geld für mich arbeiten zu lassen. Es geht immer um mehr Schein als Sein, um Renommiergehabe. Es geht darum mit ruhigem Gewissen auf Kosten seines Nächsten, möglichst in „Saus und Braus“ zu leben – offen gesagt und darin sind sich Kirchenfürsten, Kapital und Staatenlenker zumeist einig.

Die sogenannte Angst vor dem Terror grassiert, weil sie geschürt wird, und die uns Deutsche nun auch kriegerisch nach Afghanistan getrieben hat. Sie zeigt die Furcht der Satten ihre Pfründe zu verlieren. Die Zerstörungen in New York und Washington waren aber „Systemimmanent“, d.h. zwangsläufig. Dass sie geschehen konnten, zeigt die große Dummheit mit der die Menschheit sich regieren lässt, von Kapital, Militär und Kirche. Denn schon vor der medial aufgeblähten Tragödie von New York, herrschte schon die Unzufriedenheit der dümmlich Satten und der Börsenspekulanten, aus deren Sattheit heraus Nihilismus und Terrorismus ja erst entstand und sich ins weltliche Bewusstsein zwang, besonders sichtbar vor 9 Jahren, durch die Zerstörung der Twin Towers in New York, am helllichten, sonnigen Tag.

Die Dummheit zeigt sich aber auch in jener Unersättlichkeit nach Wirtschaftswachstum. Was soll, für wie lang und wohin ständig wachsen? Künstliche Anregung von Konsum? Daraus entstehen auch Kriege und Völkermord. Daraus entstehen fanatische, religiöse Psychopathen, die weder ihr, noch das Leben anderer zu schätzen wissen, denn sie haben in ihrer Sattheit verlernt zu lieben. Oft, weil sie selbst nie geliebt wurden und daher sich selbst nicht lieben.

Die Verursacher dieser Verblendung, die Führer der Religionen, die Waffenhändler und all jene Anhänger des maßlosen Kapitalismus, die sich aufgeschwungen haben, zu verbohrten Verführern, der ungebildet gehaltenen Menschen, sind Blutsauger, die von der Arbeitskraft der produktiven Menschen zehren. Die sogenannten Wohlhabenden, Wirtschaftsführer, Kirchenoberhäupter, Ayatollahs, hochgestellte Politiker, reicher Adel und der Rattenschwanz von Hofschranzen, in der Kunst, dem Sport und den Medien, der ihnen anhängt, leben nach dem Motto: Teile und herrsche und sie predigen Wasser und saufen Wein und führen Kriege wenn es ihnen opportun scheint. Doch das wird nicht von Dauer sein.

Nun aber, da 2001 ein Symbol ihres Ausbeutung, die Twin Towers in New York mit brutaler Gewalt zu Fall gebracht wurden, ist ihr überhebliches Geschrei groß. Nur wenige sagen heute dazu laut was sie wirklich denken. Gewiss, keiner kann die grausamen Verletzungen von Körper und Seele gutheißen, die verblendete Menschen, ihren Mitmenschen im Wahn schlagen. Doch die Tatsache, dass die Welt noch immer von großer Dummheit und Eigensucht beeinflusst wird, macht diesen Wahn zumindest plausibel. Der Wahnsinn unseres Systems hat seine eigenen Methoden entwickelt und vernetzt sich täglich mehr und mehr, um den Erdball mit seinen Geldabhängigkeiten, den blutsaugenden, fadenscheinigen Börsengeschäften weiter zu umspannen, und die Reaktionen darauf sind sehr halbherzig.

Bevölkerungsexplosion. Ausgebeutete, hungernde Kinder, auf unserem blauen Planeten, neben unermesslichem Reichtum weniger Menschen, ist die Wurzel allen Übels und wird, wenn sich das nicht wandelt, unsere Zivilisation in tiefes Unglück stürzen. Der Mensch, ohne Herzensbildung, ist feige und wenn er Reichtum zusammengerafft, oder ererbt hat, wird er zur Bestie, die nur noch an sich denkt, auch wenn sie sich als gönnerhaft geriert.

Diese Bestie in uns allen, im Schach zu halten, wird auch durch neue Sicherheitsgesetze nach dem Motto unseres Innenministers: „Big Brother is watching you“, nicht gelingen. Im Gegenteil. Noch haben wir die Möglichkeit uns zu besinnen: Mensch werde wesentlich. Aber wie?

Wenn dieser neue Krieg (und andere Scharmützel in der Welt) noch dauern soll, wie der amerikanische Präsident Obama leider meint, sollten besonnene Menschen den Wohlhabenden zurufen: lernt doch wahrhaftig zu teilen. Hört auf damit, die Arbeitskraft eures Nächsten, für eure maßlosen Ansprüche zu verschwenden. Haltet ein mit der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Zehrt nicht mehr auf, als das, was ihr selber mit euren zwei Händen schaffen könnt. Aber mit dieser Ungerechtigkeit leben wir nun schon seit Menschengedenken und man könnte sich dreingeben, wenn nicht das gute Leben dabei auf der Strecke bleiben würde, worauf auch die uns nachfolgenden Generationen ein Recht haben.

Mit „gutem Leben“ meine ich: Den Humor, die Erotik, die Freude an der Kunst, an der Natur, dem Menschen, an der Arbeit, an heiterer Genügsamkeit. Eben, den schönen Dingen des Lebens.

Freude am Leben, wird aber seit dem 11. September, wieder abfällig „Spaßgesellschaft“ genannt und gewisse rechtslastige Interessengruppen breiten einen diffusen, düsteren, depressiven Grauschleier über dieses für sie wertlose, „kleine, bescheidene Leben“ der Schaffenden, um uns weiterhin erfolgreich zu domestizieren mit erbarmungswürdigen Sozialgesetzen (Hartz 4 –sic- genannt) und derweil ihre eigensüchtigen Kriegsinteressen zu verfolgen.

Viele Menschen, besonders die fanatisch Religiösen, und die Anhänger der vogelfreien Marktwirtschaft, wollen ihre engstirnigen Vorstellungen mit Feuer und Schwert durchsetzen, doch ich setze auf die sokratische Ratio des gebildeten Menschen, auf jenes Hellenische, und versuche täglich davon etwas vorzuleben, um Mitstreiter zu motivieren, indem ich mehr oder weniger genügsam von meiner Hände Arbeit lebe, um anderen noch Platz zu lassen, ihr Leben zu leben. Ob es nützt steht in den Sternen, aber etwas vorleben, das Gute zu befördern, hat jedenfalls nie geschadet.

Ob sich meine Lebensansichten durchsetzen werden, weiß ich nicht. Was habe ich mehr als meine Zuversicht und Hoffnung, um unbeirrt bis an mein Ende, zu meinen humanen Überzeugungen zu stehen? Was das diesbezüglich für meine ehemalige SPD und unseren „Genossin Kanzlerin“ bedeutet, und den Menschen in Afghanistan und anderswo, vermag ich noch nicht abschließend zu beurteilen.

 

Doch meine uneingeschränkte Solidarität, wird auf lange Sicht, im Zeichen dieser kriegerischen Aktionen, nicht bestehen.

Ich bin kein Revoluzzer nach Tolstoi, aber auch kein Lampenputzer, ich bin überzeugt von der Evolution des humanen Menschen. Der Krieg ist immer ein humanes, geistiges Armutszeugnis. Das sollte eine Binsenweisheit sein, besonders für Sozialdemokraten. Allen Terroristen spreche ich die Fähigkeit ab, so weit denken zu können. Es sind bedauernswerte Gefangene im Käfig ihres verbissenen Denkens.

Unser damaliger Kanzler Schröder hat etwas gut bei mir, aber nur, weil er mit der Entscheidung zum Kriegseinsatz die Vertrauensfrage dem Parlament gestellt hat. Diese Geste erscheint nobel, sie ist aber nur folgerichtig, demokratisch – sozialdemokratisch. Hätte die Opposition heute dieses Format? Ich denke Nein, denke ich an Peter Struck und andere.

Alle Frauen und Männer unseres Parlaments sind stets aufgerufen auf ihr Gewissen zu hören, zu entscheiden und die Folgen zu verantworten. Dafür haben sie sich freiwillig wählen lassen, das ist ihr Wählerauftrag und ihre Wähler vergüten diesen Dienst nicht gerade kleinlich. Schaut euch also um, ihr Menschen, wenn ihr entscheidet, für oder gegen den Krieg, für „Eigentum verpflichtet“, für oder gegen eine Politikerin oder Politiker.

Denn ihr habt euch ein edles, offenes Parlament geschaffen, in das man von außen hineinsehen kann, aus dem heraus man aber auch in den Himmel sehen kann. Seht wie schön unsere Welt, auch jene von uns Menschen, gebaut ist: seht, das Gute liegt so nah – IHR HABT DIE WAHL.

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Über Peter A. Bruns

I am editor, autor, publisher of edition august-verlag. I am also working on the industrial construction side insulation. But my main interest is the publication of books. That sounds real, and is real, at my age, born in 1942, being a fool to blog.
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