Im Blog schmutzige Wäsche waschen im Hauptwaschgang


schmutzige Wäsche waschen.

Die verschleierte Maya bei Schopenhauer (…Auge muß „sonnenhaft“, gemäß seinem Ursprunge sein; auch wenn es zürnt und unmutig blickt, liegt die Weihe des schönen Scheines auf ihm. Und so möchte von Apollo in einem exzentrischen Sinne das gelten, was Schopenhauer von dem im Schleier der Maja befangenen Menschen sagt, Welt als Wille und Vorstellung 1, S. 416: „Wie auf dem tobenden Meere, das, nach allen Seiten unbegrenzt, heulend Wellenberge erhebt und senkt, auf einem Kahn ein Schiffer sitzt, dem schwachen Fahrzeug vertrauend; so s…“)
Philosophie
Nietzsche, Friedrich
Die Geburt der Tragödie
3. Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik.

Nicht sauber, sondern rein muss es sein.

Was früher an den Waschplätzen in den Dörfern an den Flüssen und anderswo, auch in Städten im Norden oder Süden Deutschlands, von den Waschfrauen auf den Waschbrettern gemacht wurde, das geschieht heute in Waschtrommeln.

Schmutzige Wäsche im übertragenen Sinne als Sprichwort, ist allerdings ein zeitloses Phänomen.‎ „Schmutzige Wäsche“ wird auch gerne im Internet gewaschen, in verschiedenen langweiligen, oder anrüchigen Blogs, mit ebensolchen Kommentaren, weiblicher oder männlicher Feder. Blogs, die man besser schnell wieder verlassen sollte, um sich die Laune nicht verderben zu lassen. Das gelingt nicht immer.

Diese schöne Tradition des Tratschens, während man die Wäsche malträtierte, verschwand und das Ventil der Lust am schludern war verstopft. Schuld daran waren die Herren Carl Miele und Reinhard Zinkann.

1901 hatten die Herren nämlich jenes Wunderwerk erfunden, welches – und jetzt kommt ein Zitat – „die Hausfrau von den immensen Mühen des Waschtages befreite“. Sie konnte aber dadurch auch nicht mehr am Geschludere öffentlicher Waschplätzen teilnehmen. Das hat sich nun seit einigen Jahren wieder geändert, und zwar durch das sogenannte „bloggen“ im Internet. Jeder kann, so er denn, wenn auch oft nur lallend, seine Landessprache beherrscht, was heutzutage ja selten genug ist, seinen „Senf“ dazugeben und ins öffentliche Netz stellen.

Er kann seinen deutschen „Senf“ auch in andere Sprachen automatisch übersetzen lassen und vice versa. Wir Internet-Blogger sind also alle vom „Schleier der Maja“ umhüllt, (nach Schopenhauer) und das schafft Verständigungsprobleme.

Deshalb ist es von Vorteil beim „bloggen“ und auch in anderen öffentlichen Foren, wenn man die Worte kennt die man benutzt, (doch da sei oft die Pisa-Studie vor!) oder, bevor man sich über ein Wort ärgert, welches man an den oft hohlen Kopf geworfen bekommt, informiert d.h. nachliest. Sonst gerät man über ein falsch verstandenes Wort in einen Wust von Wörtern und taucht in immer neue Missverständnisse, die zu einer unkontrollierten Verbalinjurien-Lawine führen, die alle guten menschlichen, kommunikativen Absichten rettungslos verschüttet. Und unsere gute Absicht wird:

Dummes Gewäsch.

Gehen wir dem Thema also „an die Wäsche“. Die erste Waschmaschine noch von Hand betrieben, funktionierte nach dem Prinzip einer Buttermaschine. Hölzernes Drehkreuz im Bottich für die Wäsche, die – wenn es Kochwäsche war – im brühheißen Waschwasser hin- und her bewegt wurde. Meist in der Waschküche, einem dampfigen, feuchtwarmen, unangenehmen Ort. Wie so manches Blogger-Hirn. Oft dient die Waschküche, jedenfalls hier im Norden, als Synonym für schwül, warme Witterung und bleigrauen Himmel, unter dem man sich eben wie in einer Waschküche fühlt. Das schlägt aufs Hirn. Und wir beginnen uns zu fragen: „Wer oder was kann das sein, das da in unserem Kopf so laut klopft?“ MEN AT WORK spielt es:

Machen wir einen Zeitsprung über die Transmissionsriemenwaschmaschine – was für ein Wort! – von 1904, die erste Elektromotorwaschmaschine von 1914, die Ganzmetallmaschine von 1938, zum ersten Mal mit emailliertem Gehäuse, und landen beim Waschvollautomaten der 50er Jahre. Der erledigte alle Waschgänge in einem Waschprogramm oder auch in mehreren. Feinwäsche, Buntwäsche, Kochwäsche.

Die fleißigen Waschfrauen

Was früher an den Waschplätzen in den Dörfern und auch Städten von den Waschfrauen auf den Waschbrettern gemacht wurde, das geschah jetzt in Waschtrommeln. Aber eins ist geblieben: Gewaschen wurde und wird mit Wasser. Früher allerdings sprach man nicht von Waschmitteln, sondern man wusch halt mit Seifen und Laugen, spülte die Wäsche.

Klar, dass die Waschfrauen sich viel zu erzählen hatten. Jede kam ja aus einem anderen Haushalt. Was da im wahrsten Sinne des Wortes an schmutziger Wäsche gewaschen und gleichzeitig über deren Besitzer geredet wurde, führte wohl zur übertragenen Bedeutung von „schmutzige Wäsche waschen“, sprich sich über die Unarten, Fehler und Schwächen anderer unterhalten. Wer gar zu sehr übertrieb und über seine Herrschaften lästerte, der hatte ein ungewaschenes Maul, ein Lästermaul. Bis heute hat sich übrigens für „ein großes Geschwätz“, das „große Gewäsch“ gehalten.

Gewaschene Waschbrettbäuche

Wenn etwas gewaschen ist, ist es im Allgemeinen sauber. Rein von Mängeln, keine Flecken, keine Fehler. „Das hat sich gewaschen“ sagen wir und meinen damit, dass etwas ganz prima ist. Ein Mannsbild, das sich gewaschen hat, ist nicht nur eines, das sich wäscht, sondern das auch und vor allem ein tüchtiger Kerl, ja ein toller Typ ist. Auch ganz ohne Waschbrettbauch. Was den Bauch betrifft, darüber bin ich natürlich froh.

„Mit allen Wassern gewaschen“ – dieser Ausdruck besagt, dass jemand überaus erfahren, ja durchtrieben und mit Vorsicht zu genießen ist. Wer sich mit einem solchen Menschen einlässt, kann unter Umständen ganz schön dumm aus der Wäsche gucken. So erging es schon einigen Kommentatoren- und rinnen, die sich unflätig auf meinem Blog tummelten. Apropos Wäsche: Waschen kann man natürlich nicht nur Wäsche. Auch Autos. Die werden in der Waschanlage gewaschen, die, obwohl auch eine Maschine, kein Mensch Waschmaschine nennen würde. Für Menschen wurde eine solche automatische Anlage, meines Wissens noch nicht erfunden. Die Frage: „Mit oder ohne Unterwäsche?“ wäre auch peinlich.

Nicht nur sauber, sondern rein

Mit der Wäsche, die wir in Form waschbarer Textilien als so genannte Leibwäsche tragen, ist es mit einfachem Waschen oft nicht getan. Es bleiben oft sogenannte „Schleifspuren“, im übertragenen Sinne, in der Erinnerung eines Blogbesitzers, nach unangenehmen Kommentaren auf seinem Blog. Hier müssen wir ganz einfach Frau Johanna König, der gelernten Schauspielerin, Referenz erweisen. Sie war es, die ab 1968 als Waschfrau Klementine den Deutschen per Fernsehwaschmittelwerbung eingebläut hat, dass man nicht nur sauber waschen muss, sondern rein.


Das funktionierte natürlich nur mit einem ganz bestimmten Waschmittel. Das machte Klementine klar. Wiederum im übertragenen Sinne, empfiehlt sich fürs Gehirn, „reine“ Bildung, möglichst nicht im Schnellwaschgang. Das Gehirn ist nicht bei jedem ein bequemer Denkautomat. Das Gehirn kommt leicht ins Schleudern und es ist nicht pflegeleicht und bedarf trotzdem der Kaltwäsche, einem „kühlen Kopf!“

Im Waschsalon geht es diesbezüglich etwas einfacher zu. Der Automat lässt nach Münz- oder Chipeinwurf das Waschpulver in einen Becher rieseln, und dann geht’s rund mit der Schmutzwäsche in der Trommel. Anders als das Gehirn, arbeitet der Automat zügig. Waschsalons sind so etwas wie die ehemaligen Waschplätze, an Gewässern geworden, Wäschebrücken oder Waschhäuser aus der vorindustriellen Zeit. Man trifft sich zum Waschen und schwätzt. Ohne sich anzustrengen. Die Wäsche wird ja automatisch gewaschen. Und im Gegensatz zum bloggen, sitzt man dem Menschen gegenüber und ist automatisch vorsichtiger was man schwätzt.

 Ich fasse also zusammen:

Die Redensart schmutzige Wäsche waschen bedeutet, …

1.  sich über die Unarten, Fehler und Schwächen anderer unterhalten.

2.  sich über die positiven Eigenschaften von jemandem auszutauschen.

3.  sich von seinen eigenen Sünden frei sprechen zu lassen.

Ein Manns- oder Weibsbild, das sich gewaschen hat, ist …

1.  sauber.

2.  ein toller Typ, tolles Weib.

3.  jemand, der schlecht über andere spricht.

Ein Manns- oder Weibsbild, das mit allen Wassern gewaschen ist, ist …

1.  unschuldig.

2.  durchtrieben.

3.  getauft.

Und nun weiterhin viel Spaß beim bloggen Leute.

PS. Bei der Zusammenstellung des Artikels habe ich mich von der DW, der Deutschen Welle, Redaktion: Beatrice Warken und eines Artikels des DW-Autors Michael Utz, inspirieren lassen.

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Über Peter A. Bruns

I am editor, autor, publisher of edition august-verlag. I am also working on the industrial construction side insulation. But my main interest is the publication of books. That sounds real, and is real, at my age, born in 1942, being a fool to blog.
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6 Antworten zu Im Blog schmutzige Wäsche waschen im Hauptwaschgang

  1. Miramaro schreibt:

    wer lesen kann ist klar im Vorteil 😉

  2. Klaus D. Oelker schreibt:

    Muß Man(n) gesehen haben

  3. Gucky schreibt:

    Mit 68 hätte ich dir etwas mehr Weisheit zugetraut… 😯

  4. Peter A. Bruns schreibt:

    Kein Problem. Den obigen Kommentar Mißbrauch meines Namens habe ich an WORDPRESS gemeldet: Report inappropiate Content and offending URL: viel Spaß!

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