Gerechter Lohn. Blog-Kanzlers-Ansicht


Im April 2007, schrieb ich meinen ersten, einzigen und wohl auch letzten Brief an die Bundeskanzlerin (meine „Nebenkanzlerin“… sic) auf den ich jedoch bis heute keine Antwort bekam – und selbstverständlich warte ich nicht mehr darauf, bei all‘ meiner, ansonsten politischen Naivität.

Nachfolgend mein Brief (selbstverständlich im Original, unbebildert):

Peter A. Bruns (Anschrift)

 

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Bundeskanzleramt Berlin

 

17. April 2007

Betr. Einführung eines grundgesetzlich, garantierten, allgemeinen Grund oder Mindestlohns (Verhandlung: mindestens zehn Euro Std.) Die Basis, von der aus, Lohnabhängige und Unternehmer, oder Unternehmen und Gewerkschaften ihre Tarifautonomie wahrnehmen könnten, ohne Wettbewerbsverzerrung und Kurzarbeitergeld aus Steuereinnahmen. Ihr Ziehvater Kanzler a.D. H. Kohl, plante ähnliches.

Sehr geehrte Bundeskanzlerin und CDU Vorsitzende, Dr. Angela Merkel.

Was ist ein gerechter Lohn? Gerechtigkeit, in welchem Lebensbereich auch immer, ist für mich, eine unerfüllbare Vision. Helmut Schmidt sagte: „Wer Visionen hat soll zum Arzt gehen.“ Ein kaltes Wort, eines Ihrer Amtsvorgänger und obwohl stets betont wird, Sie seien auch eine  „kühle kalkulierende Physikerin“, so haben Sie sicher kein kaltes Herz, bei allem marktwirtschaftlichen Denken. (Ich selbst bin zufrieden, selbständig seit 30 Jahren, in der Industrie, Anlagen Isolierung) Meine Erfahrung:

Nach unten, liebe Angela Merkel, nach unten, dürfen die Lohnabhängigen nicht ins bodenlose stürzen. Wir brauchen sogar einen weltweiten  „UN-Grundlohn“. Auch, angesichts der erheblichen Bezüge, Ihrer Gehaltsklasse im weltweiten öffentlichen Dienst.

Als junger Mensch, im Krieg 1942 geboren, glaubte ich anfangs an eine naive Gerechtigkeit. Doch dafür politisch verbohrt zu kämpfen, schlug ich mir als „gebranntes“ Arbeiterkind, (geboren im zerbombten Hamburg, auch Ihrer Geburtsstadt) schnell aus dem Sinn. Denn wohin das führt, hatten wir ja erlebt. Ich reiste stattdessen, ab 21, arbeitend durch die Welt, (was Ihnen in der DDR verwehrt war) und fand überall – Sie ahnen es: Geld regiert die Welt.

In der Welt sah ich (ich traf auch auf viele gute Menschen) den ungeheuren, materiellen Reichtum. Menschen lebten in großen Anwesen, an blauen Lagunen, luxuriösen Penthäusern, Luxushotels, Luxusjachten, Privatjets. Ich sah sie Aktienpakete, Edelsteine, Edelmetalle horten. Ich sah junge Menschen in Eliteuniversitäten, bereit den Reichtum ihrer Eltern zu übernehmen und zu mehren. Aber auch arme Versklavte, die ihre Organe  für Geld verkauften, um zu überleben. Nun, das kennen Sie heute längst, ebenso aus eigener Anschauung.

Sie wissen auch, dass Reichtum nicht vom Himmel fällt, er wurde und wird weltweit von Lohnabhängigen geschaffen, die ihr Zuhause, schlimmsten Falls, auch auf Müllhalden haben.

Ein jeder Mensch sollte also daraus erkennen: dass es die unverschämten, maßlosen Mitmenschen sind, (hinter aller Selbstsucht steckt stets eine menschliche Hand) die Selbstsüchtigen, die unsere humane Weiterentwicklung blockieren und an deren Habsucht wir, in jeder Hinsicht, (Klimawandel, mangelhafte Bildung) eines Tages, zugrunde gehen werden, wenn wir „Wissenden“ nicht den Reichen Grenzen setzen und sie gesetzlich zwingen, sie auch einzuhalten.

In der UNO versuchen die Völker der Welt es, schon zu lange, relativ erfolglos, durchzusetzen. Es kann keine materielle Gerechtigkeit geben, weil den Maßlosen die Herzensbildung fehlt. Diese Wahrheit ist älter, als die Bibel, das Nadelöhr und das Kamel…

Die Reichen und die „Steinreichen“, teilen ihre Beute, die sie den Lohnabhängigen klauten, niemals freiwillig. Sie treffen nur Ver­einbarungen untereinander, damit sie sich – wie die Krähen – gegenseitig kein Auge aushacken. Das Volk ist ihnen scheißegal. Die Reichen umzustimmen, dazu reicht alles Elend, reichen alle Therapeuten dieser Welt nicht aus. Was schließe ich daraus?

Armut nach unten zu begrenzen, anfangs zumindest in Form eines Mindestlohns, von dem es sich leben lässt, dass liegt durchaus im Bereich des politisch Machbaren, in Ihrer Koalition, wenn Sie denn den Willen dazu hätten – im schönen Kanzleramt, dieser wohlhabenden Republik. Sonst ist die gesamte Kaste der Politiker keinen Schuss Pulver wert… oder vielleicht doch? Es wäre allerdings auch Ihre Pflicht, laut Grundgesetz.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit (falls erwiesen) und grüßen Sie mir den Vizekanzler, meinen ehemaligen Parteivorsitzenden und Genossen Franz Müntefering (zur nächsten Tea-Time). Ich wünsche Ihnen (obwohl ein Gegner, großer Koalitionen) beim verwalten und gestalten unserer Republik, wenn möglich Humor, bei guter Zusammenarbeit mit der servilen SPD.

Bitte lassen Sie mich wissen, wenn Sie Zeit finden, wie Sie über meinen Brief denken, – ach, was ich noch sagen wollte: ich danke Ihnen für Ihre Worte, Oettinger (Nazi-Filbinger) betreffend.

Mit Hochachtung vor dem Amt

Peter A. Bruns

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Über Peter A. Bruns

I am editor, autor, publisher of edition august-verlag. I am also working on the industrial construction side insulation. But my main interest is the publication of books. That sounds real, and is real, at my age, born in 1942, being a fool to blog.
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2 Antworten zu Gerechter Lohn. Blog-Kanzlers-Ansicht

  1. fortylicks schreibt:

    Schöner, ehrliche Brief, nur kann ich mir nicht vorstellen, dass sie
    ihn gelesen hat.
    Und ich glaube schon, dass sie ein „kaltes“ Herz hat. Das kann man
    ihr natürlich nicht schreiben! Sie agiert nur aus Kalkül, denkt wie
    ein machtbesessener Mann. Das ist gar keine Frau mehr, ich vermisse
    die weibliche Intuition, Kreativität und Warmherzigkeit. Alles, was
    Frauen eigentlich ausmacht. Sie ahmt nur die Machtmechanismen
    der Männer nach, traut ihrem eigenen Arsch nicht mehr.
    Du schriebst in irgendeinem Bericht mal, die „eiserne“ Maggy
    Thatcher sei nur ein verkappter Mann (oder so ähnlich). Ich
    denke, sie ist das Vorbild unserer Bundesmutti.
    „This is a mans world“ sang einst James Brown. Recht hat er.
    Wenn ich wie ein Mann agieren muss, um an den Macht-
    zentralen in der Politik oder der Wirtschaft bestehen zu können,
    lasse ich es lieber!

    • eduardbruns schreibt:

      Hallo Heidi, danke again,
      …ich glaube Du würdest überall bestehen, so wie Du die Welt siehst. Na, und was das Frauliche angeht… sie hat doch eine große Brust… (kicher) Seltsam finde ich nur, dass ein Mensch der in der DDR groß geworden ist, so sehr dem Kapital hinten rein kriecht… irgendwie, wie Schröder… aber vielleicht hat der sie auch deshalb ins Amt gehievt?! Ja, „his is a mans world“ – glauben die Männer jedenfalls – ich wage es zu bezweifeln. Schön wenn mein Zweifel bestätigt würde. Es fehlen Mensche wie Du, in der Politik… OK.
      Immer schön fröhlich bleiben – auch wenn meine Artikel…
      Peter

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