Tierschutz-artgerechte-Haltung Blog-Kanzlers-Ansicht


Blog-Kanzlers Ansicht

Tierschutz und artgerechte Haltung.

 

„Hunde sind die besseren Menschen“ und „mir sind Hunde lieber als Menschen“, „Hunde sind treuer als Menschen“, diese Ansichten sind mir im Leben oft begegnet. Ich will dem gar nicht widersprechen, weil ich mit hinkenden Vergleichen wenig beginnen kann. Allenfalls kann ich sagen: „Es gibt unter Hunden und Menschen wohl gleich viele „falsche Hunde“, sozusagen.

Um die Hunde kümmern sich die Menschen gern und zumeist liebevoll und sie sorgen für seine artgerechte Haltung. Sie haben Freude an ihren Hunden und der Hund nimmt es gerne hin und erfreut Herrchen, oder Frauchen, indem er mit ihnen herumtollt und seine Dankbarkeit zeigt, zumeist ohne den Schwanz einzuziehen.

Der Hund als Freund des Menschen. So will ich es mal stehenlassen, denn ich habe selber gute Beziehungen zu verschiedenen Hunden und ich hatte Glück mit ihnen, ich traf nie auf einen falschen. Auf einen „krummen Hund“ schon, aber der entpuppte sich meist als Mensch.

Doch außer Hunden, gibt es ja noch andere Haustiere, auch Nutztiere genannt. Zu wessen Nutzen muss ich hier nicht ausführen. Ich beginne mit den Haltern von Nutztieren. Es sind zumeist Bauern, auch Landwirte genannt. Ein Wirt pflegt seine „Gäste“, damit sie sein Einkommen sichern. Das tut der Bauer in der Regel, nach EU-Vorschriften auch und bekommt dafür von uns Steuerzahlern

6.000 000 000 Milliarden.

6.000 000 000 Milliarden!

Rund sechs Milliarden Euro Landwirtschaftszuschüsse werden in Deutschland jährlich verteilt, ohne dass die Öffentlichkeit weiß, wer davon profitiert. Greenpeace hat aufgedeckt, dass auch branchenfremde Unternehmen wie Energiekonzerne, Zigarettenhersteller oder die Deutsche Lufthansa zu den Subventionsempfängern gehören.

Spitzenempfänger von Agrarexportsubventionen müssen mit Namen und Fördersumme veröffentlicht werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden und damit Greenpeace recht gegeben. Die Leipziger Richter bestätigten eine Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts aus dem Jahr 2008. Das Verwaltungsgericht habe rechtsfehlerfrei entschieden, dass die Informationen keine Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse und deshalb freizugeben seien.

„Das ist ein Sieg für jeden, der wissen möchte, was mit seinen Steuergeldern geschieht. Mit dem Urteil werden die Anhänger der Geheimniskrämerei in die Schranken gewiesen“, kommentiert Dr. Manfred Redelfs von der Greenpeace-Rechercheabteilung das Urteil.

Hintergrund

Im April 2006 hatte Greenpeace unter anderem beim Hauptzollamt Hamburg-Jonas Einsicht in die Daten der 40 größten Zahlungsempfänger von Agrarexportsubventionen in Deutschland beantragt. Diese Bundesbehörde wickelt für das Bundesfinanzministerium die Auszahlungen ab. Doch das Zollamt wollte die Informationen nicht herausgeben. Greenpeace zog vor Gericht und das Verwaltungsgericht Hamburg gab der Umweltorganisation 2008 Recht.

Doch gegen diese Entscheidung ging die Behörde in Revision. Wegen der Bedeutung des Falles ließ das Gericht eine so genannte Sprungrevision zu. Damit wurde der Streitfall direkt dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zur Entscheidung vorgelegt.

Subventionen für die Reichen

Besonders ärgerlich ist, dass viele Nutznießer von Agrarzahlungen zu den Vielverdienern in Deutschland gehören. In einem Musterprozess haben Greenpeace und andere Kläger im Jahr 2007 vor Gericht erstritten, dass die höchsten Direktzahlungen an die Landwirte offengelegt werden mussten. Dabei zeigte sich, dass allein der Energieriese RWE zwischen 2002 und 2006 genau 2,1 Millionen Euro aus dem Topf für Landwirtschaftsförderung kassierte – für die Rekultivierung seiner Braunkohlegruben in Erftstadt bei Köln.

Die Liste der Spitzenempfänger las sich wie ein Adelskalender, denn zu den Großempfängern gehörten beispielsweise die Metternich Ratibor Corvey KG des Prinzen von Ratibor und Corvey oder die Gutsverwaltung von Spee in Schloss Heltorf. Die wenigsten Empfänger zählen dabei zum verarmten Adel: Die Eigentümerin von Gut Schlenderhan, Baronin Karin von Ullmann, die in den letzten fünf Jahren eine halbe Million Euro aus Brüssel erhalten hat, zählt mit einem geschätzten Privatvermögen von 4,1 Milliarden Euro zu den reichsten Deutschen.

Wie weiter?

Das Urteil hat auch eine Bedeutung für den Streit, ob alle Empfänger von Agrarsubventionen mit Namen und gezahlter Summe auf einer Website der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung veröffentlicht werden müssen. In 26 von 27 Mitgliedsländern wurde diese Vorgabe der EU bereits umgesetzt, nur Deutschland hat bisher darauf verzichtet. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte dies zunächst mit unterschiedlichen Entscheidungen der Gerichte begründet, dann auf Druck der EU aber eine Veröffentlichung bis Mitte Juni angekündigt. Mit dem heutigen Urteil liegt jetzt eine höchstrichterliche Entscheidung vor, wonach Behörden verpflichtet sind, über Subventionszahlungen und Empfängernamen Auskunft zu erteilen.

 Zurück zur artgerechten Haltung.

Angesichts solcher Zahlen, frage ich mich, warum das Bundesparlament weiterhin das „Nutztier“ als Sache bezeichnen läßt. 

Viele Haus und Nutztiere sind durch ihre Domestikation nicht mehr in der Lage, sich in ihrer natürlichen Umgebung selbst zu versorgen oder fortzupflanzen, da sie ja speziell gezüchtet wurden, um wirtschaftliche oder sonstige Ansprüche des Menschen zu erfüllen. Trotzdem haben sich Tiere viele natürliche Verhaltensweisen, wie z. B. ihren Bewegungsdrang, den Jagdinstinkt oder das Bedürfnis, sich zu verstecken, erhalten und sollten diese in der artgerechten Haltung ausleben können. Durch die Steigerung des Wohls der Tiere ergeben sich auch für den Halter und die Konsumenten Vorteile, indem die Qualität der tierischen Produkte zunimmt. Allgemein wird angenommen, dass artgerecht gehaltene Tiere lebhafter, gesünder, weniger anfällig für Stress und friedfertiger im gegenseitigen Umgang sind.

Situation bei Versuchstieren

Die Haltung von Tieren für Tierversuche wurde in der EU u. a. durch die Richtlinie 86/609/EWG und in Deutschland durch das Bundesgesetzblatt Jahrgang 2007 Teil II Nr. 37, geregelt. Die deutsche Vorschrift empfiehlt eine angemessene Unterbringung und Umgebung, Mindestanforderung an Bewegungsfreiheit sowie Futter und Pflege vor. Zur sinnvollen Haltung von Versuchstieren gehört auch eine sozial, sensorisch und psychologisch anregende Umgebung. Bei den häufig verwendeten Ratten bedeutet dies beispielsweise, dass Gruppenhaltung zu bevorzugen ist und man ihnen wo möglich Nestbaumaterial im Käfig zur Verfügung stellt. Eine artgerechte Haltung der Versuchstiere ist meist versuchsbedingt nicht gegeben. Vorschriften dafür existieren ebenfalls nicht, es handelt sich dabei um Haltungsempfehlungen, die die Akademie für Tierschutz erarbeitet hat, und von der EU veröffentlicht werden.

Eine Erhöhung der Produktpreise, aus der Nutztierhaltungm wäre bestimmt nicht zu vermeiden.

Aber angesichts der Leiden, denen unsere „Nutztiere“ heute größtenteils (nicht überall) ausgesetzt sind und angesichts einer stetig steigenden „wohlbeleibtheit“ der Menschen in Deutschland, sollte unser Bundesparlament ein Grund-Gesetz verabschieden, indem „unsere Haustiere“ als Lebewesen bezeichnet und behandelt werden. Gerne würde ich mehr für Fleisch und Molkereiprodukte zahlen und dafür eben weniger konsumieren, wenn ich mich darauf verlassen könnte, das die Tiere zu ihren Lebzeiten artgerecht gehalten wurden. Wir müssen nicht jeden Tag Fleisch auf dem Teller haben. Es täte uns und den Tieren gut, wenn es nur jeden zweiten oder dritten Tag Fleisch oder Wurst gäbe.

Es gibt noch heute eine Dosenmilch, die nennt sich Glücksklee und die Werbung versprach: „Von glücklichen Kühen“. In wie fern diese Werbung den Tatsachen entspricht, habe ich nicht recherchiert. Nur wenn ich mich im ländlichen Bereich umsehe, bemerke ich dass die ganzjährige Stallhaltung der Rinder zunimmt. Weiden werden gemäht und zu Silage aufgefahren, abgedeckt und später verfüttert.

Noch vor etwa zwanzig Jahren, konnte ich Bauern sehen, die mit ihren transportablen Geräten auf die Weide fuhren um Kühe zu melken. Meistens strömten die Kuhherden von selbst zu den Melkgeräten, wenn sie sie kommen sahen und der Bauer sie rief. Es war auch schön anzusehen, wenn die Viecher im Frühling auf die Weiden getrieben wurden, wie sie vor „Lebenslust“ umhersprangen und miteinander spielend, die Schädel aneinander rieben. Natürlich ist es nicht zu beweisen, ob „Rindviecher“ eine Seele haben, aber ist es das bei uns Menschen manchmal nicht ebenso? Wer einmal bei der Geburt eines Kalbs geholfen hat, wie ich, der denkt über „Rindviecher“ zukünftig humaner.

„Du armes Schwein“, werden wir manchmal genannt, oder bezeichnen jemanden so. Ganz in meiner Nähe befindet sich eine „Schweinezuchtanstalt“ die hätte den Preis „schönstes Dorf“ verdient. Es ist ein wanderndes Schweinedorf. Es sind kleine, hausartige Blechkoben, in denen die Schweine leben und in den die kleinen Ferkel aufwachsen. Haben die Schweine die Weide total durchwühlt und umgebrochen und in eine Schlammwüste verwandelt, werden sie umquartiert auf eine andere Weide und sie beginnen von vorn. Die alte Weide wird bearbeitet und beackert.

Das Fleisch konnte man direkt im Hof kaufen. Doch vielen ist es zu teuer und der Einkauf zu weit und zu unbequem. Auch ich kaufte bald wieder im Supermarkt. Es war umständlich und eben auch teurer. Das alles wäre anders, wenn auch die Supermärkte nur artgerechte Produkte verkaufen dürften. Aber unsere Abgeordneten sitzt eben das Hemd näher als das Jackett. Sie sind nicht nur ihrem Gewissen verpflichtet, so sie denn eines haben. Was sind das für Menschen im Parlament, die ein Tier als „Sache“ bezeichnet wissen wollen? Wenn man zuschaut, wenn eine Sau ferkelt, weiß man dass das Schwein als Mensch, zu lange Ohren hat…

„Du dummes Huhn“, ist auch eine „menschliche Bezeichnung“ und fällt zumeist auf den Menschen zurück. Wer mal versucht hat, den Hühnern ihre Eier aus dem Nest zu stehlen, kann diese dummen Hühner gut kennenlernen. Natürlich haben sie in den Legebatterien gar keine Chance, ihre Eier überhaupt „zu Gesicht“, soll heißen: vor den Schnabel zu bekommen. Das Fließband transportiert sie umgehend weg, reinigt, durchleuchtet, stempelt und verpackt sie letztendlich, vollautomatisch. Und die „dummen Hühner“? Sie recken ihre federlosen, wunden Hälse, die sie durch die Gitter zwängen. Die Industrie, rund ums Huhn und Ei, ist immens. Ein Fall für einen extra Artikel.

Hier will ich einhalten, denn ich glaube es ist deutlich geworden was ich sagen will: Kategorische artgerechte Tierhaltung, täte uns allen in Deutschland gut und bei 6.000 000 000 Milliarden Subventionen dürfte es nicht so schwer fallen, für Überbrückungen Subventionen umzuschichten. Artgerechte Haltung hätte Vorteile und würde sich auf viele Zweige unserer Wirtschaft konstruktiv auswirken und unser Brottusozialprodukt in die Höhe treiben – auf artgerechte Weise.

Als Blog-Kanzler würde ich sofort ein ensprechendes Gesetz in Angriff nehmen.

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Über Peter A. Bruns

I am editor, autor, publisher of edition august-verlag. I am also working on the industrial construction side insulation. But my main interest is the publication of books. That sounds real, and is real, at my age, born in 1942, being a fool to blog.
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2 Antworten zu Tierschutz-artgerechte-Haltung Blog-Kanzlers-Ansicht

  1. fortylicks schreibt:

    Wie immer gut recherchierter Bericht von dir.
    Bei dem ganzen Negativen, mit dem wir so leben müssen,
    kann ich mich nur mit Simmel fragen:“Mich wundert, dass
    ich so fröhlich bin“. Gut, das ist Trivialliteratur, passt aber dazu.
    Ich bekomme als Mitglied bei greenpeace ja oft solche Berichte
    von Schweinereien aus der ganzen Welt. Ich habe an meinem
    Kühlschrank mehrere Listen von z.B. genmanipulierten Lebensmittel,
    die ich dann natürlich nicht kaufe. Oder pestizidbelastetem Obst und
    Gemüse. Gruselig. Joghurt ist nicht gleich Joghurt und die Paprika
    aus Markt XY ist verseucht etc. Ich versuche immer, diese Fakten zu
    beachten und muss dann in verschiedene Märkte, um die „korrekten“
    Lebensmittel zu bekommen. Die Produkte von diesem Ausbeuter „Müller-
    Milch“ kommen mir überhaupt nicht ins Haus, der verwendet nur genmani-
    pulierte Futtermittel, es ist ihm noch scheissegal, der verhöhnt die Mitarbeiter
    von greenpeace und knechtet seine Arbeiter durch Nichtzulassen von Betriebs-
    rat etc. Schlimmer Finger, bekommt von mir keinen Cent. Und ich trommele
    gegen ihn,wo ich kann, also auch hier bei dir.
    Ich kaufe soviel es geht Bio-Ware bei einem kleinen Laden hier um die Ecke.
    Eier, Gemüse und Obst. Fleisch essen wir zwar, aber nicht so oft.
    Tja, man redet sich wieder in Rage.
    Trotzdem, entspannten Tag, die Sonne scheint gerade, wie schön!

    • eduardbruns schreibt:

      Danke für Dein Lob und Kommentar. Man gibt sich Mühe. Als Handwerker versuche ich „Pfusch“ zu vermeiden. Das geht nicht immer glatt, aber mehr als sein Bestes kann ein Mensch nicht geben. Oberflächlich zu recherchieren und dann etwas „in die Welt zu setzen“, maßlos zu übertreiben, mögen andere tun. Mir dreht sich dabei der Magen um. Außerdem ist die Realität oft schlimm genug, da braucht man oft nichts hinzutun. Mir ging es im Artikel um die Tiere, denn wie wir die Tiere behandeln, mit und von denen wir leben wollen, offenbahrt unser geistiges Niveau.
      Es gibt eine von vielen, diesbezüglichen Web-Seiten, die mir gefiel. Habe leider keinen Link zur Hand, sie heißt: KAGfreiland – für Kuh, Schwein, Huhn & Co.
      Danke noch mal Heidi
      Peter
      PS: „schon wieder“ ein neuer Artikel vom Blog-Kanzler: „Gerechter Lohn“

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