Geld, Geld, Geld, Geld, Geld.


DIE PRINZEN

Peter A. Bruns
am 28. Mai 2009

 

 Liebe SZ Redaktion,
die Süddeutsche titelte am 27. Mai 2009: „Milliarden-Entlastung für die Bürger“. Tatsächlich?
Der viel zitierte „Durchschnittsbürger“ spart jährlich, angeblich „mehrere Hundert Euro“. Tatsächlich? Währenddessen wird Opel mit Vollgas aus der Kurve getragen. Warum? Die SPD will die „Schuldenbremse“ aufheben. Warum? Schiesser, Karstadt, Pleiten über Pleiten, es hört nicht auf.
Die Ergebnisse der Unfähigkeit leitender Politiker, der Manager bei Banken und im produzierenden Gewerbe, scheinen ohne Ende. Die Politik und Volkswirtschaft ist von fachlich inkompetenten Leuten durchsetzt. Der „Durchschnittsbürger“, Arbeiterinnen und Arbeiter, Rentnerinnen und Rentner, haben den Spott und den Schaden.
Kein Wunder: Wenn ein Historiker, wie Professor Paul Nolte, Jahrgang 1963, im Fernsehen „Forum Pariser Platz“, zum Thema „Gerechtigkeit in Zeiten der Krise“ meint: „ein Schriftsteller (Künstler) würde, wenn er denn Millionen verdiente, diese ebenso zu „unrecht“ erhalten, wie ein Politiker oder Manager seine Bezüge in Millionenhöhe. (sic)
So vergleicht er Äpfel mit Birnen. Denn ein Buch (oder die CD der PRINZEN) kaufe ich, wie eine Zeitung, freiwillig, wenn ich‘s mir leisten kann, daran besteht kein Zweifel. Die Bezüge von Politikern und Managern, werden mir aber zweifelsfrei, ob ich will oder nicht, abgepresst. Auch die Bezüge Professor Noltes, sei er nun fachlich und menschlich fähig, oder nicht.
Ich führe „diesen Professor“ hier nur ins Feld, um aufzuzeigen, wie verworren die Diskussion in Politik und Wirtschaft momentan geführt wird. Die Apologeten des freien Wettbewerbs und der freien Marktwirtschaft, unterschlagen, dass in der Praxis, der finanziell Stärkere gewinnt, nicht der Bessere. Denn wir leben mit dem Verdrängungswettbewerb. Doch wir wissen, der Stärkere ist nicht notwendig der Bessere, der Innovativste, das merken wir schon an der Qualität des Brotes. (Jochen Malmsheimers „Wurstbrot“)
Und doch predigen unsere „Wirtschaftsweisen“ tibetanischen Gebetsmühlen gleich, dieses Dogma der freien Marktwirtschaft. Doch sie, die Marktwirtschaft, ist ja nicht frei, denn wäre sie es, sie würde von der Politik nicht subventioniert. Doch das wurde und wird sie, durch ihre Lobby, heute mehr denn je. (siehe die Milliarden-Subventionen der Landwirtschaft)
Unsere Behörden und Ämter, sind dazu da, unsere Steuern treuhänderisch zu verwalten, doch das tun sie nicht. Sie tun es genau so wenig, wie ein Unternehmer, der meint, ihm stehe mindestens das Hundertfache Gehalt eines Facharbeiters zu. Aber die Millionengehälter, werden nicht in Luftschlössern erworben, sondern an prosaischen Arbeitsstätten, an Werkbänken und Maschinen, in Angestelltenbüros und zum Glück auch in richtigen Wirtschaften. Prost.
Doch die Relationen, „erst die Arbeit dann das Vergnügen“ sind den Deutschen verloren gegangen und zwar hauptsächlich bei der Führung, in Politik und Wirtschaft. Dazu kommt die unsägliche Tendenz, vormals öffentliche Aufgaben, zu privatisieren und damit auch alle sozialen öffentlichen Aufgaben, dem „freien Wettbewerb“ anheim zu stellen. Mit allen negativen Folgen, wie Bestechung, Betrug und persönlicher Bereicherung, wie in der freien Marktwirtschaft.
Natürlich können wir mit den Schultern zucken und mit Willy Brandt sagen: Na und? Viele Dinge erledigen sich von selbst. Hält man aber den Menschen, für ein mit Vernunft begabtes Wesen, dann könnte man erkennen: dass „die Ausbeutung des Menschen, durch den Menschen“, uns in eine Situation, an einen Scheideweg gebracht hat, wo wir uns fragen sollten, ob wir diesen Weg „des finanziell Stärkeren“, der maßlosen Profitsucht, weitergehen wollen.
Wenn wir, „die öffentliche Hand“, mit Hilfe unseres Parlaments, nun Banken, Aktien und Privatunternehmen unser Steuergeld anheim stellen, damit sie ihre Verbindlichkeiten, Dritten gegenüber „weltweit“ leisten können, so hat das keine konstruktiven Folgen, für unsere Volkswirtschaft, sondern hilft jenen Insolventen, lapidar gesagt, nur momentan ihre laufenden Kosten, zu decken.
Sinn würde es hingegen machen, die Kaufkraft des „Durchschnittsbürgers“ zu stärken. Aber nicht durch lächerliche Rentenerhöhungen, oder lächerlichen Mindestlohn. Wohlstand für alle wächst nur nachhaltig von unten nach oben. Doch wir haben leider, mit Beginn der technischen Innovation, durch die Computertechnik, eine Gelegenheit verpasst, die im Fortschritt der Technik, der Fertigung in unserer Produktwelt, lag.
Wir hätten die Verkürzung der Produktionszeiten, zur Verkürzung der Arbeitszeiten nutzen sollen, statt sie den Eigentümern der Produktionsmittel, zu hundert Prozent zu überlassen. Das hätte dem Grundgesetz, „Eigentum verpflichtet“ nicht nur gut entsprochen, sondern die Kaufkraft gestärkt. Die Schuld auf die Globalisierung zu schieben ist zu vordergründig.
Wenn ich als Unternehmer, ein gutes Massenprodukt herstelle und es zu wenig gekauft wird, obwohl die Kunden es wollen, liegt es daran, dass „die Masse, der Durchschnittsbürger“ zu wenig Geld hat.
Die Millionen im Jahr, die sogenannte Führungspersonen, kalkulatorisch, völlig sinnlos, aus den Produktionsstätten ziehen, wie die Politiker aus dem Bundeshaushalt, haben nichts mit einer anständigen, praxisbezogenen Geschäftsführung zu tun. „Geld arbeitet nicht“, das sollten wir erkennen und danach handeln. Noch ist es Zeit.
Peter A. Bruns

 
 
  

…ach Gottogottchen, das sehen wir Mädels doch ganz anders!

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Über Peter A. Bruns

I am editor, autor, publisher of edition august-verlag. I am also working on the industrial construction side insulation. But my main interest is the publication of books. That sounds real, and is real, at my age, born in 1942, being a fool to blog.
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2 Antworten zu Geld, Geld, Geld, Geld, Geld.

  1. Gucky schreibt:

    Wenn ich als Unternehmer, ein gutes Massenprodukt herstelle und es zu wenig gekauft wird, obwohl die Kunden es wollen, liegt es daran, dass „die Masse, der Durchschnittsbürger“ zu wenig Geld hat.

    Genau DAS ist der Punkt ! Und das wiederum zieht eine Firma nach der anderen in den Abgrund. Woraus wieder Arbeitslose entstehen die nix haben und die vielen schönen Dinge nicht kaufen können. Und damit setzt sich ein Sprirale nach UNTEN in Gang… 😯

    • Peter A. Bruns schreibt:

      Ja Gucky, der Rubel muss rollen, hat schon Zar Peter erkannt. Der australische Premier Kevin Rudd (wurde leider vor Wochen gestürzt) hat jedem Geringverdiener und Rentner einmalig 700 A$ gezahlt und zinslose Kredite an kleine Selbständige und noch andere Sachen an den kleinen Mann verteilt. Das schaffte schlagartig 70 000 Arbeitsplätze. Viel für die relativ kleine Bevölkerung Australiens. Er hat viele Förderprogramme für die kleinen leute angeschoben. Er war beliebt. Doch dann wollte er ans Geld der Superreichen und die Steuern für den Erzabbau erhöhen. Da hat man ihn abgesägt, indem die Medien und die eigene Labourpartei ihn „fertig“ gemacht haben. So läuft das.
      Peter

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