Die Vereidigung des Bundespräsidenten anno 2010


Die Vereidigung vor dem deutschen Parlament anno 2010 von

Bundespräsident Wulf… Wulf wer?

Kleiner Wulf was nun? Ein kleiner Mann wird vereidigt.

…Oh Wulf, I am so sorry… I am so FUCKING SORRY!!!!

…so wahr ihm Gott helfe!

 

Eine Zeitkritik von Peter A. Bruns

Gab es eine „Auferstehung“ zur Wahl des Bundespräsidenten? Wir haben Ostern hinter uns und das interessiert doch keinen mehr, sagst du.

Klar doch, kleiner Mann, zieh dich nur zurück in die private Idylle, wie Lämmchen und Pinneberg in Falladas 1932ger Roman „kleiner Mann was nun?“ denn sie ist wieder „auferstanden aus Ruinen“, unsere äußerlich, schillernde Wirtschafts- und Bankenwelt, wenn auch „keiner Zukunft zugewandt.“ Unsere Politiker und andere Schwindler, flimmern unentwegt, plappernd, leeres Stroh dreschend, in rechte Szene gesetzt, unter der gläsernen Kuppel des Reichstags, wieder klug redend, über die Bildschirme.

(Bild links) Der Autor Bruns, kein Darstellungssüchtiger Ministerpräsident, der vorgibt kein Alphatier sein zu wollen, wird deshalb auch kein Bundespräsident – Präsident des Geld-Adels. Ein echter Adliger wurde zuvor Minister für Verteidigung (soll heißen: Kriegsminister) über dessen Interpretation seines Amtes, unser Vorgänger-Präsident ins Stolpern geriet und auf die Nase fiel und sich verschnupft zurückzog.

Und der Geldadel, dem es an nichts Materiellem mangelt, lamentiert und geifert weiterhin, in öffentlich, rechtlichen Fernsehsendern, über zu hohe Produktionskosten, hier, in Deutschland, und er tut es nun, nachdem die Bürger ausgeplündert wurden, besonders impertinent, nach dem Motto:

„Wir beißen die Hand, die uns füttert“, d.h. jene der Arbeiterinnen und Arbeiter. Sie sind alle wieder obenauf, die Finanzblutsauger, seit diese 20 blutrünstigsten Sackgesichter der Welt, ihren Gipfel in Toronto abhielten und zuvor in London wo sie eine 1000 Milliarden Konjunkturspritze vereinbarten. Ach nähmen sie doch noch zwei oder drei Milliarden Dollar oder Euro, was kost‘ die Welt? Das Pack der kleinen und großen Philister, sitzt weiterhin an den kleinen und großen Trögen der Macht, gedeckt vom deutschen Parlament.

Von Curry-Wurst bis Chateaubriand, von Aldi-Wein bis Chateau La Fit, von Sekt bis Champagner, lassen sie es sich gut gehen. Ihre Fastenzeit ist ja auch vorbei, sie währte höchstens sieben Wochen. „Im Westen nichts Neues“.

Sie wohnen in mehr oder weniger ordentlichen Behausungen, Häusern, Wohnungen, in Lofts, in Luxusvillen, je nach dem, was ihnen ihre geistige Entwicklung und Geldbeutel nahe legt. Denn „der Geist weht wohin er will, nur am Geld bleibt er kleben“.

Sie fahren, vom preiswerten Kleinwagen, bis hin zur Luxuslimousine, (die Kanzlerin Merkel bestellte gerade für 9 Millionen Euro, neue Staatslimousinen) so komfortabel, wie es ihnen ihr soziales Gewissen erlaubt. Sie kleiden sich ein, in preiswerten Warenhäusern, oder streben ganz einfach zu Dior und dergleichen. Sie haben entweder eine Arbeit, die ihrem Können und persönlichen Befindlichkeiten entspricht, (Weinnase Minister Brüderle) oder auch nicht, oder sie leben vom Arbeitslosengeld, oder der Sozialhilfe, oder ganz simpel als Börsenspekulanten, Manager oder Nichtstuer, hoch oben, über den Arbeitern, in den Geldtürmen, den Banken unseres Landes, den Burgen der Vampire, denen das Volk der kleinen Leute, immer wieder Blut spendet.

Denn geistig, da besteht ja oft kein Unterschied, zwischen „oben und unten“, denke ich an Erich Kästners:

„Einst haben sie in den Bäumen gehockt…“

Sie sitzen auch oft jammernd, auf hohen, selbstverschuldeten Krediten, deren Zinsen der kleine Mann zahlt, oder leiden, im Extrem, am unanständigen Vermögen, welches ihnen für ihre geistig, arme Welt, zur Stützung ihres verkümmerten Menschseins dienlich ist.

Doch sie jammern trotz allem, zum Gotterbarmen und hört und sieht man sie, fragt man sich nicht mehr, warum ein Erich Mühsam im KZ Oranienburg ermordet wurde. Woher das kommt?

Das kommt daher: diese spezielle Gattung der blutsaugenden Philister, ist geistig sehr arm dran, und sie wissen es auch und das ist zugleich ihr Dilemma. Aber ihre Angst und ihr dumpfes Ahnen, dass man Geld nicht essen kann und man für asphaltierte Straßen keinen Geländewagen braucht, ihre Furcht vor jeglicher Veränderung – denn verändern sollen sich gefälligst die Habenichtse – ihr Zittern vor materieller Verarmung, all das überfordert ihr Menschsein, vermiest ihnen ihren Reichtum („alles nur geklaut“ die Prinzen) und ihr Wohlleben und hält sie im Banne ihres, immer wiederkehrenden, gleichen Tagesablaufes, bei Golf, Polo und Pferderennen.

Sie sind längst keine lebendigen Menschen mehr. Sie leben nicht, sondern sie werden gelebt. Sie hängen am Tropf von Lohnabhängigen, vom kleinen Mann. Die Aussicht zu Teilen, oder selbst zu arbeiten, versetzt sie in Panik. Der Satz: „Alle Menschen sind im Grunde gleich“, treibt sie, wie den Pharma-Milliardär Merkle unter die Räder. Der wird dann auch noch, in den Medien als: Opfer der Finanzkrise bezeichnet (sic).

Wie aber fühlt sich dabei der Lokführer? Danach hat niemand gefragt. Und wie die Kinder, die das lesen? Die laufen Amok. Doch der Rest der Menschen, ich behaupte mal, jene 25% die anders sind? Es gibt sie, denn ich begegne ihnen täglich. Frage ich sie: „Wie geht es ihnen?“ Antworten sie: „Ach, eigentlich bin ich recht zufrieden.“ Doch, doch, diese Menschen kenne ich auch, und sie sind nicht immer wohlhabend und nicht immer ohne Kümmernisse, welcher Art auch immer. Es sind oft zufriedene Fatalisten. Was können sie auch tun?

Was wird nun aber von gewissen, materialistischen Interessengruppen, über die Medien an negativen Berichten verbreitet? Von vielen liberalen Rednerpulten wird laut hinausposaunt, was die Wirtschaft an Lohnverzicht braucht.

Niemand aber sagt, dass unsere Volkswirtschaft lange schon übersättigt ist, mit allem was wir Bruttosozialprodukt nennen. Niemand sagt, dass wir die vorhandene Arbeit teilen müssen. Niemand sagt, dass unsere Produktionsmethoden ständig perfekter, effizienter und schneller werden und die Konsumgüter auf den freien Markt katapultieren, seien sie nun erforderlich oder nicht. Jene die gerne konsumieren würden, können es aus Geldmangel nicht und jene die genügend Geld haben, um zu konsumieren, tun es nicht weil sie schon alles haben. Wahnsinn mit Methode.

Ja, da gibt es natürlich das große chinesische Reich, wo noch Millionen von Verbraucherreserven auf Befriedigung ihrer Konsumwünsche warten. Da gibt es natürlich Indien, Afrika und andere Länder mit Millionen armer Menschen, Menschen die täglich verhungern. Alles potentielle Verbraucher um die Konsumproduktion wieder auf Hochtouren laufen zu lassen, um an den Aktienmärkten der Welt, ein Strohfeuer nach dem anderen entfachen zu können, um den Rahm, den Gewinn abzuschöpfen, der dann wiederum sinnlos auf Banken gehortet, oder ganz einfach verplempert wird in kriegsähnlichen Aktionen, und fadenscheinigen Konjunkturprogrammen und somit von armseligen Nichtstuern verschleudert, ohne nachhaltigen Nutzen. Doch wenn all diese Reserven ausgeschöpft sind, was dann? Frau Merkel?

Der Mensch als Maß aller Dinge? „Je mehr er hat, je mehr er will, nie schweigen seine Klagen still.“ Ich aber träume von einer Welt, hier auf Erden, in der der Mensch sein Maß erkennt. Wo er sich die Technik zu Nutze macht, um sein Leben zu bereichern und zu erleichtern. Sein Leben und das seines Nächsten. Wo Bildung und künstlerisches Gestalten und sportlicher Wettkampf aus Freude betrieben wird. Wo Erotik und Sex, gelöst sind vom Marktwert und die Menschen human und freimütig miteinander umgehen.

Doch Menschen, oder Nationen führen Krieg gegeneinander. Sie leiden als Aggressor, unter mangelndem Selbstwertgefühl. Sie suchen Liebe, menschliche Nähe. Ihnen fehlt die Zärtlichkeit, die Berührung des Nächsten, aber die Religiösen, Arrivierten und Moralisten unter ihnen suchen es zu verhindern. Also töten sie Menschen und Ideen. Viele Menschen und ganze Nationen leiden unter diesen Darstellungsproblemen. Mehr Schein als sein. Hat Erich Fromm wirklich vergeblich geschrieben?

Doch welch eine erfüllende Welt könnte es sein, in der wir den höchsten Wert auf zwischenmenschliches Beisammensein legen würden. Eine Freizeitindustrie ohne gleichen würde entstehen und weil wir uns die Arbeit teilen, hätten wir alle auch mehr Zeit dafür ohne uns sozial nutzlos zu fühlen.

Das bedeutet, dass die maßlosen Privilegierten, aus Ersatzbefriedigung, nicht mehr über ihre Verhältnisse leben würden, wie sie es heute noch tun. Denn dort liegt unser aller Problem. Es ist im Grunde nur mit Bildung, nicht mit Gewalt, welcher Art auch immer, zu bewältigen. Welch eine bunte, freie Welt voller Lebenslust hätten wir damit gewonnen, ohne primitive Gewalt, ohne primitive Profitsucht. Ohne Sozialhilfeempfängern vorzuschreiben, wie viel Blatt Klopapier sie für einmal Arschwischen verbrauchen dürfen und ob die Zahnbürste im Bad des Lebenspartners, ein Indiz dafür ist, das sie das Sozialamt betrügen. Eigentum verpflichtet. Ein Staat, eine Welt, eine Erde. Ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.

Ja, es würde dem Menschen gut anstehen, wenn wir materiell ärmer würden, wenn wir aus Liebe zu unserem Nächsten die Dinge der Welt, teilen würden. Der Mensch würde mit sich und der Erde behutsamer umgehen. Der Mensch hat viel Fähigkeiten erlernt und er wird, er muss, auch diese Lektion noch lernen.

„Ach Europa“, ich will einfach weiterhin darauf hoffen. Was habe ich sonst? Ich will nicht aufgeben, wenn auch die Hoffnung oft sinnlos scheint. Und wenn ich auch mal verzweifelt bin: was geht mich dass an.

Die Auferstehung? Ja, im Geiste, denn:

„… Oft trinket der Mensch die Lust in Strömen und dürstet,

Der Glücklichste stirbt unter Wünschen; ein Tropfen Kummers verbittert

Ihm ganze Meere von Freude.“

Und ich lege die Stirn in Falten und frage mich aber auch, abschließend mit Kleist:

„… Soll deiner Thorheit zum Vortheil

Die große Weltkette brechen …?“

Ewald Christian Kleist

Ach Europa, ach kleiner Mann, kleiner „Wolf“, sag mir:

Wohin treibt meine und deine Bunderepublik?

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Über Peter A. Bruns

I am editor, autor, publisher of edition august-verlag. I am also working on the industrial construction side insulation. But my main interest is the publication of books. That sounds real, and is real, at my age, born in 1942, being a fool to blog.
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