Muttertag – eine in Vergessenheit geratene Begründung.


Muttertag

muttersohneddi

Meine Mutter in den zwanziger Jahren.

Eine Antwort an einen Freund im Forum der Neuen Presse Hannover. http://forum.neuepresse.de/showthread.php?p=807757

Ja, lieber Chris, wunderbar was Du über Deine Mutter schreibst – aus Kindern, die mit der Liebe ihrer Mutter aufwachsen durften, werden in der Regel „Menschen – Menschen die Menschen brauchen“ – wahrer klingt für mich: lieben.

Meine Mutter, (Ruhrgebiet) war bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges siebzehn, mein Vater (Hamburg)achtzehn. Meine Mutter arbeitete, wie viele Frauen damals, bei der Eisenbahn im Gleisbau und als Bremserin auf Waggons, die Männer hatten ja „besseres“ zu tun. Mein Vater „zog in den Krieg“, (Verdun) wie man so sagte, als ginge es auf Wanderschaft.

Meine Eltern haben also die Wahnsinnszeiten beider Weltkriege, sehr hautnah mitmachen müssen. Meine Geschwister „nur“ die Adolf-Nazi-Zeit. Ich kam erst 1942 zeitnah zum Muttertag dazu.

Der Muttertag (liebe Kaspar) entstand in der englischen und US-amerikanischen Frauenbewegung. Die US-Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis gründete 1865 eine Mütterbewegung. 1870 wurde von Julia Ward Howe ein peace and motherhood Tag ins Leben gerufen. Der hatte zum Ziel, die Söhne nicht mehr in Kriegen zu opfern.

Dieser Blick auf den heutigen Muttertag ist leider nicht mehr bekannt und mit Blick auf Afghanistan und anderen Kriegsschauplätzen in der Welt, wohl auch nicht mehr gewollt. Unsere Kanzlerin ist keine Mutter… ich will ihr das nicht ankreiden… und doch…

Ich war dabei 1983, da lebte meine Mutter schon nicht mehr, als ich ihr zu Ehren ins St.-Pauli-Stadion in Hamburg zur Veranstaltung mit Ida Ehre ging, die vor 25.000 Menschen die Worte von Wolfgang Borchert ausrief:

„Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!
Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann:“

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König Peter August Eduard im Hermelinmantel


peterking

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Uli Hoeneß – ein Würstchen?


Ein Ernst geht um im Online Blätterwald, nun auch von Hoeneß-Wurst gespeist.
Zitat Forist Ernst (neue Presse Hannover):
„Hastig angesetzte Sondersendung: Hoeneß am Jauch-Pranger – Bullshit !
Selbstanzeige führt vor Vollständigkeitsprüfung zu einem klaren Rechtsbruch.
Mein Vertrauen in diesen „Rechtsstaat“ habe ich jedenfalls schon lange verloren!“

Lieber Ernst, Sie armer kurzsichtiger Staatenloser. Sie und Ihre Kanzlerin im Verbund mit einer extrem neoliberalen FDP, wollen doch gar keinen Rechtstaat. Sie wollen doch, nach eigenen ungezählten Aussagen in ungezählten Foren, überhaupt keinen Staat. Sie wollen doch eine vogelfreie Gesellschaft, in der alles privat geregelt wird.

Wenn ich Sie beim Wort nehmen soll, so ist Ihr Traum, um es nicht deftiger zu bezeichnen, hoffnungslos naiv und schlicht lächerlich. Aber als Reibeisen in Diskussionen, sind Sie, für Leute die Sie noch nie gelesen haben, gerade noch brauchbar.

Ein munterer Scharlatan, der wider den Stachel löckt. Im übertragenen Sinne, so wie in der Chemie gewisse Stoffe die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion durch Herabsetzung der Aktivierungsenergie erhöhen. Die Katalysatoren (griechisch »catalysis« (= Auflösung, Hindernis beseitigen) In Ihrem Fall eben jedwedes Rechtstaatswesen. Die Katalysatoren selbst, wie Sie einer sind, werden dabei nicht verbraucht.

Die Kanzlerschaft von Angela Merkel hat auch eine Katalysator-Funktion und die sie fördernde Mövenpick-FDP und Narren wie Sie. Unser Rechtstaat beginnt ja auch zu erodieren. Diesen Vorgang zu unterbrechen, dem Paroli zu bieten, einzig für diese Reaktion von uns Realisten, mögen Sie nützlich sein.

Auch das perfide Verhalten von Leuten wie Hoeneß, Wulff, Zumwinkel und viele mehr, gehört zur Strategie Ihrer neoliberalen Kamarilla, im „Kämmerchen“, (Privatkabinett der Königin Angela) Die alte ehemals rechtslastige FDP, die einstige Umfallpartei, versteht sich heute als Partei der reichen Günstlinge, die subversiv, ohne Befugnis und Verantwortung, Einfluss auf den demokratischen Bestand unserer Republik ausübt, also den offiziellen Regierungsorganen, nicht nur nicht angehört, sondern sie hinterfotzig sabotiert.

Hoeneß? – „ach wie gut daß niemand weiß – Adidas mir Millionen überweist!“ Es gibt durchaus auch ehrenwerte Würstchen, d.h. Wurstfabrikanten. Im Ammerland etwa, ein Landkreis im Nordwesten von Niedersachsen. Meine Lieblingswurst – alles hat ein Ende Ernst, nur…

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USA ein Rechtstaat, oder nicht?


Weil der angebliche Attentäter von Boston auf der Intensivstation vernommen wurde, fragte ich mich: sind die USA ein Rechtstaat. Als ich zu recherchieren begann, merkte ich daß meine Frage komplizierter war als ich dachte.

Rechtsstaat nennt man ja einen Staat, in dem die Gewaltenteilung und eine rechtsstaatliche Ordnung vorhanden sind. Also Bürgerrechte werden durch eine Verfassung garantiert und bei der Gewaltenteilung muß es immer eine Unabhängigkeit der Legislative, Judikative und Exekutive geben. Wenn zwischen dem Gesetzgeber, Gerichten und Verwaltung keine Trennung besteht, ist es eine Diktatur,

Das hatte ich verstanden und untersuche, ob diese zu einem Rechtsstaat gehörenden Merkmale auf die USA zutreffen. Dabei stieß ich auf die Unterscheidung zwischen materiellem und formalem Rechtsstaat. Ein formaler Rechtsstaat scheinen die USA ja zu sein. Es hat Gesetze die klar definiert sind und angewendet werden. Willkür und dergleichen sollte ausgeschlossen sein, auch Gewaltenteilung scheint vorhanden. Diese Konzepte müssen aber umgesetzt werden. Wurden sie das in Boston?

Todesstrafe und Folter sind in einem formalen Rechtsstaat möglich. Wichtig ist, dass unabhängig entschieden wurde, wofür diese Strafen erteilt werden (Legislative), genauso unabhängig muss dieses Recht von der Judikative gesprochen werden. Sehe ich aber auf die USA, so kann ein formaler Rechtsstaat vieles sein, was trotzdem sehr menschenverachtend ist.

Was ist der materielle Rechtsstaat? Wird hier die Unterscheidung zwischen Legalität und Legitimität wichtig? Unbedingt! Denn die Todesstrafe kann legal sein, aber der US-Staat hat sich bestimmten Grundrechten verschrieben und ich schlussfolgere, dass die Todesstrafe niemals legitim ist.
Denn Fehler passieren und damit wäre es möglich, dass jemand zu Unrecht zum Tod verurteilt wird, wie mehrfach geschehen. Noch deutlicher ist es, wenn Folter im Land verboten ist. Das ist in den USA der Fall. (was ist mit Waterboarding?) Deshalb wird in einem anderen Land gefoltert (Guantanamo), so scheint das nach US-Recht legal zu sein, weil dort kein US-Recht gilt, aber es ist illegitim, weil die Exekutive der USA gegen die Grundsätze, auf denen die Legitimität aufbaut, eklatant verstößt.

Und die Rechtsprechung der USA? Beweise, die mit illegalen Methoden ermittelt wurden, sind nicht verwendbar. Dieser Grundsatz wird aber nicht konsequent umgesetzt.

Unsere humane deutsche Verfassung, läßt sich mit der Rechtsprechung der USA im Sinne eines materiellen Rechtsstaats nicht vereinigen. Bei den Grundrechten, die die Verfassung nennt, im Sinne der meisten europäischen Verfassungen, wird es schon kritisch und bei der Folter in Guantánamo und der Todesstrafe ist es dann eindeutig: Die USA sind zumindest, kein materieller Rechtsstaat.

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Boston und keine Ende.


Vietnamkrieg-Napalm

Napalm-Opfer des US-Vietnamkrieges.

Wahnsinn mit Methode Niemand sollte glauben, daß unter dem weltweiten US-System der Mordanschlag in Boston der letzte war.

Die Empörung über Boston ist ganz richtig. Es drängt sich mir aber dabei ein Gedanke auf: Die Empörung in Pakistan über die neuerlichen Morde am letzten Sonntag, der USA durch ihre Drohnenattentate. Die kann ich auch sehr wohl verstehen. Wenn aber der Regierungschef Pakistans tatsächlich mit „gleicher Münze“ heimzahlt, (eine Vermutung) so mag ich das auch noch verstehen, aber keineswegs billigen. Ich betone: KEINESWEGS!

Vermuten mag ich aber wohl, daß rechte Gruppierungen in den USA für den Mordanschlag in Boston in Frage kommen. Ich denke da an Alabama.

Wir wissen doch, daß kein Unrecht „gutgemacht“ werden kann, durch ein anderes Unrecht! Das ist nun mal „seit ich denken kann“, meine menschlich, moralische und ethische Leitlinie. Das gilt für mich auch für die von Guantanamo geprägten USA, (siehe Hussein, Gaddafi u.v.m.) Die sich obendrein dem Gerichtshof in Den Haag verweigern.

Wo käme denn die Menschheit (die Völker) hin, würden alle Staaten sich so verhalten wie die USA? Deshalb bin ich ja auch dezidiert, strikt gegen die Anschaffung von Drohnen für unsere Bundeswehr.

Wenn die zuständigen Regierungsleute in den USA bisher über 3000 Menschen mit ihren Drohnenattentaten in Pakistan gemordet haben, so wäre das ein Fall für unseren gemeinsamen Völkerbund in Genf und für die UNO in New York. Und wenn das dort nicht durchdringt, dann sollten sich die Staaten einmal zusammentun um die diktatorischen Strukturen in der UNO zu demokratisieren. Das geschieht aber nicht. Auch Deutschland ist in dieser Hinsicht zu feige vorzugehen.

Fragen lassen müssen wir uns hier in unserer Republik und in der EU, allerdings, mit welcher ethischen, moralischen Begründung, wir die Drohnenattentate der USA (weltweit?) geschehen lassen, oder gar gutheißen. Denn sie sind ein Verbrechen und kein Deut besser als Hitlers V-2 Morde in England im Nazi- Weltkrieg.

Seit der Bombardierung Belgrads 1999, ist mein Glaube und die Hoffnung auf eine Regierung der SPD mit den Grünen im Stahlgewitter der Kriege verweht, die unser ehemaliger Verteidigungsheini a.D. Peter Struck, als unsere Verteidigung am Hindukusch bezeichnete und rechtfertigen wollte. Eine perfide Farce. Deshalb glaube ich aber noch lange nicht, daß unsere heutige Regierung auch nur ein Deut besser ist.

Wir glauben wir sind eine parlamentarische Demokratie? Das stimmt nur ganz bedingt, denn unser Parlament wird gelenkt vom Fraktionszwang der Parteien und ihren Interessen und die stimmen fast nie mit denen des anständigen Bürgers überein.

Was in Boston geschah ist perfide, aber niemand sollte glauben daß durch bloße Trauer und Appelle an die Menschen in der Welt, sich unter diesem System in unsere Welt, etwas ändert

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Zypern ist überall – Bank Run: Auf die Plätze fertig los!


merkelackermann
bettler

Es ist alles nur geklaut… http://www.youtube.com/watch?v=cd_sg7LQFEM
Unser Geld war bei den Banken noch nie sicher. Es kam uns nur so vor, weil sie noch genug Rücklagen für ihr globales Roulette in petto hatten. Das kommt ja aus Berlusconi-Land, also italienisch (avere) in petto = im Herzen, im Sinn (haben) Nun, daß die Spekulanten „einen im Sinn hatten“ und noch haben, ist klar. Aber machen wir uns nichts vor: Im Herzen hatten sie nie irgendetwas. Nun, was sie in petto hatten, das ist seit langem aufgebraucht zumindest aber seit 2008.
1929 taucht langsam aus dem Nebel der Vergangenheit auf und macht altbekannte Strukturen des politischen Finanzbetrugs wieder sichtbar, der sich seit 2008 wie ein grauer Schimmelpilz der ethischen, kaufmännischen Verwahrlosung, aus dem Nebel, der absichtlichen Verschleierung der Finanzspekulanten aus Politik und Banken, global ausbreitet.
Das Mißtrauen – so viel ist sicher – ist damit gesät und völlig zu Recht. Laut Umfrage vertrauen 54 Prozent der Deutschen nicht der Zusage der CDU/CSU und FDP samt Kanzlerin Merkel, die Spareinlagen in Deutschland seien sicher. Nur 41 Prozent schenken ihrer Garantie Glauben – nicht einmal jeder Zweite und ich meine: auch völlig zu Recht und damit sind „die da oben“ noch gut bedient.
„Es ist eine Vertrauenskrise entstanden bei Kleinsparerinnen und Kleinsparern, auch über Zypern hinaus“, tönte die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt. Doch vergessen wir nicht, daß die Grünen bis 2005 mit Schröders SPD, den Finanzspekulanten die Steilvorlage für die heutige Misere, die alle Sparer treffen wird, geboten haben.
Der Tag wird kommen, da die „Euro-Retter“ nicht nur sämtliche zyprische Bankkunden mit einer Zwangsabgabe belegen, sondern auch die Deutschen und andere Europäer. Das geheime Konzept sieht einen großen Rundumschlag vor, die Kleinsparer genauso betreffend wie dubiose Großkunden, die Millionen von Schwarzgeld mit dubiosen Mitteln reinwaschen.
Und ich sage voraus, daß irgendwann später, die Rentenansprüche ausgeplündert werden. Das Geld der Kleinsparer – einfach konfisziert wird (die Masse macht‘s). Zypern ist für mich nicht nur ein Präzedenzfall, sondern ein skrupelloser Test, wie weit „die da oben“ ihre Raubritteraktivitäten treiben können, ohne daß das Volk rebelliert.
Doch dieses Signal an die Kleinsparer hat fatale Nebeneffekte. Die Saat des Zweifels ist ausgesät. Es wird Bankkunden europaweit deutlich: Unser Geld ist nicht sicher. Nicht mal unter der Matratze im Falle einer Inflation. Fragt sich wie lange das Volk ruhig weiter schläft?
Bankkunden, die noch an Märchen glauben, gehen davon aus, dass eine Bank ihr Geld quasi treuhänderisch im Safe verwahrt und dafür auch noch Zinsen zahlt. Aber sie sollten wissen, es handelt es sich bei ihren Bankeinlagen um einen Kredit den sie der Bank gewähren. Seit wann geben sie süchtigen Spielern Kredite? Für das Verleihen seines Geldes erhält der Bankkunde von den Banken angeblich Zinsen – wenn sie die nicht wieder verspielen.
Für Bankkunden, gibt es in Deutschland noch die gesetzlich verfügte Einlagensicherung. Sie reduziert das Risiko aber nur bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Person. Allerdings ist diese Einlagensicherung nur als Sicherheit für die Pleite eines einzelnen Instituts gedacht.
Bankkunden in Deutschland sollten deshalb getrost wegen der Erfahrungen aus Zypern in Panik ausbrechen. Deutsche Banken gelten in diesem schwierigen Umfeld kaum noch als sicher. Ich empfehle Vorkehrungen gegen das Undenkbare zu treffen – aber auf mich hört ja keiner. Ist mir auch egal – ich sag’s nur – ich habe ja keiner Bank Kredit gegeben – im Gegenteil.

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Hannoversche Allgemeine Zeitung HAZ im demokratischem Rückwärtsgang


merkelmädkohl

Darfs vor meiner erneuten Wahl zur Kanzlerin, noch etwas mehr Medien-Zensur sein Herr Kohl? Dann bleibe ich auch ihr Mädchen.

http://www.facebook.com/#!/
https://www.freitag.de/autoren/eduardbruns/undemokratische-zensur-in-den-medien

Die Kommentare in Facebook unterliegen bisher, keiner Vorzensur und das finde ich auch gut und richtig so und ich hoffe es bleibt so. Die Online-Zeitungen, Blogs und andere Internetforen, schalten eine Zensur ein, bevor ein Kommentar veröffentlicht wird und das ist ein demokratisches Trauerspiel.
Eine von wenigen Zeitungen machte da bisher eine lobenswerte, weil mutige Ausnahme und das war die HAZ, die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Seit kurzem hat nun auch diese Zeitung die Segel der freien Meinungsäußerung gestrichen und jede Spontaneität abgewürgt und eine Vorzensur eingeführt.
Sie beruft sich dabei auf Blätter wie Welt-Online oder Spiegel-Online und schmückt sich gar mit ihnen und sie verkennt dabei, daß sie als Provinzzeitung damit ihr spezielles Novum der freien Meinungsäußerung aufgegeben hat, was sie zuvor so positiv ausmachte und was sie diesen arrivierten Blättern, im Verdrängungswettbewerb der Medienmacher, voraus hatte. Sie reiht sich ein in die Beliebigkeit jener „wichtigen renommierten“ Blätter und zensiert ihre Leser, wie diese.

Die freie öffentliche Rede aber, besonders der Zwischenruf, eines Parlamentariers im Bundestag, darf keiner Vorzensur laut GG unterliegen. Er darf nur spontan, während seiner Rede vom Bundestagspräsidenten zur Ordnung gerufen und oder danach, getadelt werden und ihm darf u.U. nur bei groben Verstößen, das Wort entzogen und auch des Plenums verwiesen werden.
Wir kennen es alle: „Mit Verlaub Herr Präsident, sie sind ein Arschloch!“
Warum schalten die öffentlichen Medien, die sich ja gerne als „vierte Gewalt“, als Garant der Demokratie bezeichnen lassen, eine obligatorische Vorzensur ein, und proklamieren quasi die Schere im Kopf? Doch nur, um schon die Axt der Zensur am Ansatz eines Widerspruchs anzulegen.
Wenn dem so ist, wäre unsere Demokratie eine Schimäre und wir müßten dagegen Widerstand leisten und dürften um unserer Demokratie Willen, nicht klein beigeben. Was aber können wir Demokraten schon groß ausrichten, gegen privatwirtschaftlich geführte Zeitungen, die die Grundlage unserer Demokratie mißachten? Noch dazu in der Provinz, wo die freie Meinungsäußerung doch beginnen sollte? Die Zeitungen stellen sich damit selbst ein Bein. Nun, noch gibt es das freie Plenum in Facebook. Nutzen wir es, solange wir können.

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Das Jahr 2013 ist noch ein unschuldiges Kind


penzoldtbdErnst Penzoldt Hamburg,Tagung PEN-Zentrum

Ernst Penzoldt (* 14. Juni 1892 in Erlangen; † 27. Januar 1955 in München) war ein deutscher Schriftsteller, unter dem Pseudonym „Fritz Fliege“ auch Bildhauer, Maler, Zeichner und Karikaturist.

Neujahrsbetrachtung
Als ein Kind stellt sich uns das neue Jahr vor, als ein müder, gebrechlicher Greis verabschiedet sich das vergangene.
Wenn der alte Mann personengleich ist mit dem Kind, das wir vor einem Jahr begrüßten, dann ist es fürwahr erschreckend schnell gealtert. Ein Leben, das sonst „siebzig Jahre währt“, würde dann in zwölf Monaten ablaufen – ein beängstigender Gedanke. Danach wäre das gute Kind schon im März etwa siebzehn. Nein, wir wollen den Stundenplan des Erdenlebens nicht ändern! Es muß wohl vom Schöpfer sehr weise und freundlich erwogen sein, daß die Lebenszeit im rechten Verhältnis zu unserer geistigen und körperlichen Aufnahmefähigkeit steht. Sie ist, im günstigsten Falle, gerade so lang, daß die Menschen in einiger Ruhe sprechen, lesen, schreiben, rechnen lernen und an einem guten Teil der Herrlichkeiten der Welt sich freuen können, der Herrlichkeiten der Natur und derer, die einige Menschen für alle, meist in einem Lebensalter, den Werken der Schöpfung hinzugeben haben.
„Herrlichkeiten?“ werden Tausende fragen, die das Dasein nicht mehr freut. „Willst Du uns verhöhnen?“ Trotz alledem muß es etwas geben, um dessentwillen es sich lohnt, ein Mensch zu sein und alle Heimsuchungen, alle Mühsal, Herzleid, Bosheit, Mangel, Neid, Hunger, Krankheit, Tod dennoch in Kauf zu nehmen, etwas, um dessentwillen der Mensch nicht mit den Unsterblichen tauschen möchte und was ihm seine besondere Würde verleiht.
Ein Kind scheint uns doch die rechte Allegorie des neuen Jahres zu sein. Es ist das leibhaftige und unmißverständliche Ja! Das lebendige Vertrauensvotum des Menschen zum Dasein. Freilich wollte es mir nie so recht einleuchten, warum die Menschen den Beginn des Jahres wunderlicherweise gerade in die kälteste Zeit gelegt haben und nicht in den Frühling. Das wäre doch „natürlicher“.
Was erwarten wir vom neuen Jahr? Wie wird es sich auswachsen? Es ist zum Glück so eingerichtet, daß wir es nicht wissen, daß es für uns das große Geheimnis bleibt. Nicht des morgigen Tages, nicht der nächsten Stunde sind wir gewiß, nicht einmal der nächsten Sekunde, in der es – wir wissen es nicht – urplötzlich „aus“ sein kann.
Gleichviel, wie dieses Kind gerät, das wird an uns liegen. Das vergangene Jahr spiegelt das Gesicht der Menschheit wider, es trägt ihre Züge.
Fragen wir nicht: Was bringt uns das neue Jahr?
Fragen wir lieber: Was bringen wir ihm im Guten oder Bösen, im Sinne des Spruches: „Was du dem Leben gibst, gibt dir das Leben. Wie du das Leben liebst, liebt dich das Leben.“
(Ernst Penzoldt, 1946)

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TIMUR VERMES und Adolf-Nazi


timur vermesTimur Vermes(sen?) kam 1967 zur Welt als ich einundzwanzig wurde. Timur will Geld verdienen, wie jeder Künstler, Schriftsteller der in unserer freien Marktwirtschaft, „in diesem unserem Leben“ von seiner Kunst heute leben will und nicht erst posthum.

Dieser witzige Deutsche Timur schreibt quasi über den „Hitler in uns selbst“ (Picard) und das tut Timur so legitim wie der Schweizer Max es tat. Der Buchtitel lautet „Er ist wieder da“. Wäre das Buch von mir, wäre der Titel „Er war niemals weg“. Leider habe ich nicht so viel Mumm gehabt wie dieser kluge Timur. Anders als Hermann Hesse, der meinte er schriebe nur Rezensionen über Bücher die er loben könne, bin ich ganz anders gestrickt. Mir machen nur Buch Rezensionen oder Kritiken Spaß, die mich zum Widerspruch und zu kleinen Boshaftigkeiten verleiten. Timur Vermes macht hier für mich eine der wenigen Ausnahmen.
Timur Vermes, studierte Geschichte und Politik. Viele Jahre arbeitete er als Journalist. Seit 2007 schrieb Vermes als Ghostwriter mehrere Bücher. Seinen ersten Roman „Er ist wieder da“ veröffentlichte er im September 2012 und seine schenkelschlagende Geschichte vom wiederauferstandenen Adolf-Nazi, hält sich irgendwie völlig zu recht seit Wochen auf den Bestsellerlisten.
Darf man die heiße Kartoffel Adolf-Nazi in einer Fiktion durchs Berlin Angela Merkels flanieren lassen, oder läßt man sie lieber fallen? Darf Adolf denn lustig wirken? Die Frage muß Timur uns nicht mehr beantworten, das tat Charlie Chaplin bereits, als Adolf noch lebte. Timur Vermes meint: „Wenn man den Witz mit einer unverdaulichen Beilage serviert“ dann darf man es. Das ist mir zu halbherzig und paßt nicht zur frechen Ausführung seines Textes. Witze über Adolf sind für mich ohne Wenn und Aber genehmigt. Mögen sie nun plump sein oder durchtrieben intellektuell. Ich bin ja kein Muslim.
Timur Vermes`es Buch hat nicht die grausame Genauigkeit und Seriosität wie Max Picards Buch über den „Hitler in uns selbst“, das bestimmt nicht, aber es ist doch eine Art von launig, witziger Ergänzung dazu, die uns Normalbürger eben zur Not am eigenem Verhalten zeigt, wie leicht wir auf Timurs geistigen, braunen Matsch ins schliddern geraten.
Bei Max Picards „Hitler in uns selbst“ würgt es uns im Hals, weil wir uns mitschuldig fühlen, auch wenn wir die Gnade der späten Geburt hatten, angesichts der uns noch umgebenden ewig Gestrigen und deren Mordtaten wir täglich geistig verkraften mußten und müssen.
Bei Timur würgen wir zwar auch an unserer vermeintlichen Schuld, aber letztendlich bricht der kranke Hitler in uns, aus uns heraus und wir kotzen ihn aufs Berliner Pflaster, den Politikern vor die Füße und vielleicht gar lachend wie in einer Katharsis und wer weiß, vielleicht treten einige mutige unter uns dadurch den ewig Gestrigen im täglichem Leben, beherzter entgegen. Im Sinne Willy Brandts der eines seiner Bücher „Lachen hilft“ nannte.

Buch „Er ist wieder da!“ von Timur Vermes, im eichborn Verlag.

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Beschneidung, Frau Dr. Luc Jochimsen, Die Linke.


luc jochimsen

Offener Brief an Luc Jochimsen von den Linken.

Sehr geehrte Frau Dr. Jochimsen, 13. Dezember 2012

Seit ich Sie „kenne“ liebe Frau Dr. Lukrezia Jochimsen, schätze ich Sie. (Panorama, denke an Prof. Eugen Kogon) Kritik darf aber wohl auch dann noch erlaubt sein, da ich ein anderes Bild einer Mutter habe, als jenes welches Sie zu haben scheinen, nach Ihrer Rede im Bundestag.
http://lukrezia-jochimsen.de/

Auf die Liebe meiner Mutter durfte ich bauen. Als ich geboren wurde 1942 im Bombenhagel Hamburgs, stürzte meine Mutter auf der Treppe, bei der Flucht in den Keller und fiel, mich fest umklammernd und rutschte mit mir auf blutigen Knien die Stufen hinunter, um mich nicht fallen zu lassen.

Ihre Rede zum Gesetz der Beschneidung, hat mich tief enttäuscht. Aus Ihrer Vita „zu Ihrer Person“ geht nicht hervor ob Sie Mutter sind. Vielleicht wäre das ein Schlüssel zu Ihrer Rede im Bundestag. Wie auch immer…

Eine Mutter, die ein Kind unter dem Herzen getragen hat und tatsächlich dabeistehen und zusehen kann, wenn ihr Kind, „ohne Not“, auf dem OP-Tisch angeschnallt und blutig verstümmelt wird – und nichts anderes ist es – das ist keine liebende Mutter, sondern eine entmündigte Gebärmaschine für einen abwegigen Religionsmythos.

Dass Sie geehrte Frau Jochimsen, kontroverse Meinungen mit der Godwin‘s-Law-Peitsche niedermachen, zeugt von wenig Diskussionskultur, die ich bei Ihnen leider seit kurzem vermisse. Ihr vehementer Einsatz für eine Beschneidung Minderjähriger, Schutzbefohlener, scheint mir einerseits ebenso unerträglich wie mittlerweile gleichzeitig lächerlich.

Einstein sagt ja: „Nehme alle Dinge wichtig, aber keine völlig ernst“. Das berühmte „Zungenbild“ von Einstein, (ein Jude?) hängt bei mir an der Wand. Aber in diesem Fall, der gesetzlich erlaubten Körperverletzung, bin ich nicht seiner Meinung.

Und Sie verehrte Frau Lukrezia Jochimsen, die sich für diese Entwürdigung unseres Grundgesetzes einsetzen, werden damit eine Erfüllungsgehilfin, eine Totengräberin unseres humanen Grundgesetzes, wenn Sie nicht umkehren.

„Kein Land auf der Welt verbietet Beschneidungen der Jungen aus religiösen Gründen“, sagen Sie – Das mag so sein – aber unser Grundgesetz beinhaltet auch nicht die Todesstrafe oder die Erlaubnis zu Foltern.

Sehr enttäuscht von Ihnen
Wünsche ich Ihnen trotzdem Gutes
Peter A. Bruns

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